Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Allgemein

Verhaltensforscher im Physiklabor

„Vorsicht, Sherlock Holmes ist wieder unterwegs!“ Wenn Peter Galison (44) Mitte der neunziger Jahre durch die Hallen des Zentrums für Teilchenphysik CERN in Genf schlenderte, machten die Wissenschaftler einen großen Bogen um ihn – aus gutem Grund: Der junge Professor von der Harvard Universität stellte pausenlos bohrende Fragen und sammelte ganz unverblümt betriebsinterne Korrespondenz ein. Bei seinen Streifzügen interessierte den Wissenschaftshistoriker vor allem eines: Wie kommunizieren Forscher verschiedenster Disziplinen miteinander? „Beim CERN brüten 2000 Experimentalphysiker, Theoretiker, Experten für Computer- simulation und Techniker über einem Mega-Experiment“, wundert sich Galison in seinem Buch „How Experiments End“, das mittlerweile als Meilenstein der neueren Wissenschaftsgeschichte gilt. Entscheidungen könnten längst nicht mehr in gemütlicher Runde bei einer Tasse Kaffee gefällt werden, wie das in den dreißiger Jahren in den Anfängen der Teilchenphysik der Fall war. In seinem neuesten Buch „Image And Logic“ beschreibt Galison, warum es heute trotz allem nicht zu einer babylonischen Sprachverwirrung kommt: „Unterhält sich ein Mathematiker mit einem String-Theoretiker oder einem Techniker, prallen zunächst unterschiedliche Denktraditionen aufeinander. Um sich dennoch zu verstehen, entwickeln sie eine Art wissenschaftliche Vulgärsprache.“ Längst geht es nicht mehr um den Teilchenbeschleuniger, den Klassiker der Großforschung: „In Zukunft wird es immer mehr Mega-Forschungsprojekte geben – wie das Hubble-Teleskop oder die Fusionsreaktoren in der Plasma-Physik“, prophezeit Galison. Für seine originellen Thesen erhielt er 1999 den Forschungspreis der Max-Planck-Gesellschaft. Galison will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen: Als nächstes widmet er sich der Bedeutung der Theoretischen Physiker. „Ich werde mit Einstein beginnen und mit dem drastisch neuen Verhältnis zwischen Mathematikern und String-Theoretikern enden.“

Peter Galison / C. Gregor Barié

Anzeige
Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

groß|ge|wach|sen  auch:  groß ge|wach|sen  〈[–ks–] Adj.〉 von großer Gestalt … mehr

Fett|hen|ne  〈f. 19; Bot.〉 Angehörige einer Gattung der Dickblattgewächse mit fleischigen Blättern: Sedum; oV Fette Henne … mehr

Fran|zo|se  〈m. 17〉 1 Einwohner von Frankreich 2 〈Tech.〉 verstellbarer Schraubenschlüssel … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]