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Greenpeace untersucht Maßnahmen der großen Ketten

Was tun Supermärkte gegen Pestizide?

Supermarkt
Obst und Gemüse im Supermarkt (Foto: Marco2811/Fotolia)
Wer Obst und Gemüse kauft, möchte möglichst wenig Pestizide darin vorfinden. Ob und wie die zehn großen Supermarktketten gegen dieses Problem vorgehen, hat Greenpeace nun in einer großen Befragung ermittelt. Das Ergebnis fällt zwar gemischt aus, zeigt aber immerhin Ansätze eines Umdenkens.

Das Problem ist nicht neu: Immer wieder decken Tests erhöhte Pestizidbelastungen bei Obst und Gemüse aus dem Supermarkt auf. Teilweise enthalten die Lebensmittel gleich mehrere verschiedene Chemikalien. Viele von ihnen stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein und vor allem bei ungeborenen Kindern bleibende Beeinträchtigungen auszulösen. Hinzu kommt: Viele Pestizide sind sehr langlebig und überdauern Jahre im Boden. Sie werden ausgewaschen und gelangen so in Flüsse und Trinkwasser.

Check bei elf Supermarktketten

Greenpeace wollte nun wissen, ob und wie sich Supermarktketten dafür einsetzen, dass ihre Produkte möglichst wenig mit Pestiziden belastet sind. Dafür befragten Tester die Unternehmen unter anderem danach, ob es interne Grenzwerte für die Belastung gibt und welche Laboranalysen gemacht werden. Außerdem wurde gefragt, ob die Supermarktketten bereits bei Landwirten und Zulieferern Maßnahmen zur Pestizidverringerung durchführen, beispielsweise durch strenge Vorgaben, Schwarzlisten oder eine Überwachung.

Das Ergebnis: Zwar erreicht keine der Supermarktketten die volle Punktzahl, aber einige schneiden deutlich besser ab als andere. Vorne liegen Rewe und Kaufland mit immerhin rund 50 Prozent, dicht gefolgt von Aldi Süd. Alle drei achten darauf, dass ihre Zulieferer möglichst wenige Pestizide einsetzen.

Rewe und Kaufland liegen vorn

Rewe untersucht jedes Jahr an die zehntausend Feld- und Endprodukte auf Pestizide und veröffentlicht die Ergebnisse. Zudem hat das Unternehmen relativ viele Nachhaltigkeitsprogramme angestoßen. Allerdings bemängelt Greenpeace, dass es keine Ausbring-Verbote besonders gefährlicher Pestizide gibt.

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Die zweitplatzierte Supermarktkette Kaufland hat besonders gut in Bezug auf Rückstände von Pestiziden in Obst und Gemüse abgeschnitten. Der Supermarkt erlaubt nur ein Drittel der gesetzlichen Höchstmengen für bestimmte Spritzmittel. Um noch gezielter auf die Produktion Einfluss zu nehmen, wird ein Großteil der jährlich 20.000 Analysen bereits auf dem Feld durchgeführt.

Aldi Süd lag vor allem in puncto Transparenz vorne, weil alle Messergebnisse online veröffentlicht werden. Außerdem sind für Lieferanten maximal fünf Pestizide pro Kultur erlaubt, die akute Referenzdosis darf dabei nur zu maximal 80 Prozent in der Summe ausgeschöpft werden, wie die Greenpeace-Befragung ergab.

Das Mittelfeld

Metro und Lidl liegen mit 38 und 39 Prozent eher im Mittelfeld. Metro kann durch ein relativ großes Sortiment von Bioprodukten punkten, außerdem durch gut vertretene regionale Produkte. Bei den Pestiziden gibt es jedoch keine über die Vorschriften hinausgehende Regelungen. Lidl dagegen hat einen vergleichsweise strikten Grenzwert für Pestizide in Produkten: Ein Drittel der gesetzlichen Höchstmenge darf nicht überschritten werden. Allerdings: Veröffentlicht werden die Messergebnisse nicht.

Ebenfalls eine mittlere Bewertung erreichten Norma, Edeka/Netto und Aldi Nord. Norma beschränkt die Anzahl der Pestizide pro Produkt, lässt aber alle in der EU zugelassenen Pestizide zu. Bei Edeka/Netto wird das regionale Angebot ausgebaut und die Eigenmarken dürfen nur 50 Prozent der zulässigen Höchstmenge an Pestiziden enthalten. Diese Regelungen gelten aber nicht für Markenprodukte: Diese dürfen höher belastet sein. Aldi Nord ist zwar in der Überwachung ähnlich gut wie Aldi Süd, schneidet aber in der Transparenz schlechter ab.

Die Schlusslichter

In fast allen Kategorien eher schlecht abgeschnitten haben die Unternehmen Globus und Coop. Globus erreichte nur in drei der elf Kategorien die halbe Punktzahl. “Insgesamt entsteht der Eindruck, dass das Unternehmen noch nicht genug in das Thema Pestizide investiert”, so das Fazit von Greenpeace. Ähnlich sieht es nach Einschätzung der Organisation bei Coop aus. Zwar werden Obst und Gemüse stichprobenartig überprüft, dies geschieht aber wenig. “Hier lässt sich deutlich erkennen, dass bei Coop der Pestizideinsatz in der Produktion noch nicht als wirkliches Problem erkannt wurde”, lautet das Fazit von Greenpeace für diesen Supermarkt.

“Pestizide gehören weder auf das Feld, noch auf unsere Teller”, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace: “Alle Supermärkte müssen sich stärker dafür einsetzen, dass Mensch und Umwelt vor giftigen Spritzmitteln geschützt werden.”

Tabellarische Übersicht der Ergebnisse ( PDF)

Bewertungskriterien der Befragung ( PDF)

Quelle: Greenpeace

© natur.de – Nadja Podbregar
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