Peter Laufmanns Tiger-Blog zum Projekt von WWF und Biosphere Expeditions auf Sumatra Welcome to leechlandia! - wissenschaft.de
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Peter Laufmanns Tiger-Blog zum Projekt von WWF und Biosphere Expeditions auf Sumatra

Welcome to leechlandia!

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Der Regenwald hat allerhand zu bieten. Viel Grün, viele Steigungen und so einiges, das es auf unser Blut und unseren Schweiß abgesehen hat.

Hungrige Tiger begegnen einem kaum. Aber hin und wieder hungrige Mücken und noch hungrigere Egel. Gerade die Egel sind nicht unbedingt Sympathieträger. Dabei wollen auch sie nur ihren Anteil an der Produktivität aller Lebewesen. Es lohnt sich, diese kleinen Würmer einmal etwas genauer zu betrachten.

Während etwa unser Blutegel sich im Wasser herumtreibt und ein guter Schwimmer ist, leben in Südostasien Landegel, die sich spannerartig übers Laub fortbewegen. Nehmen sie die Erschütterungen eines herannahenden Freiwilligen wahr, recken sie ihren Kopf in die Luft und versuchen, ihn zu packen. Mit ein wenig Glück gelingt ihnen das und sie zapfen sehr vorsichtig etwas Blut ab. Dabei injizieren sie einen Cocktail aus Betäubungsmittel und Gerinnungshemmer und saugen das Blut aus der Wunde.

Wem das nicht gefällt, kann sie relativ leicht wieder entfernen. Mit den Fingern, einer Dosis DEET oder – martialisch männlich – mit der Machete. Es gibt im Camp einen kleinen Wettstreit, wer die meisten Egel als Besucher hat … Eine ernste Gefahr sind sie jedenfalls nicht, die Tierchen sind auch nicht wirklich lästig – der natur-Reporter hatte trotz Sandalen nicht einen einzigen Blutsauger an sich hängen.

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Ansonsten ist es eher die Geografie, die anstrengend ist. Das Schutzgebiet ist auch deswegen noch weitgehend intakt, weil es sehr hügelig und quasi nicht durch Straßen erschlossen ist. Es gibt zwar kleine Dörfer, aber die sind nur über den Fluss erreichbar.

Und so muss man sich auf der Suche nach Spuren, Hinweisen und den aufgestellten Kamerafallen oft die Hügel hinaufkämpfen. Dabei gilt es, Flüsse zu durchwaten und sich nicht vom omnipräsenten Grün aufhalten zu lassen.

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Immer wieder ist Gelegenheit, ein paar Wunder zu bestaunen: die wilden Orangen etwa, die wunderbar einen Gin and Tonic ergänzen würden. Und die unglaubliche Vielfalt an Insekten. Besonders beeindruckend sind die Schmetterlinge, beinahe jede Minute flattert ein neues Meisterwerk der Schöpfung vorbei. Besonders spektakulär ist der Atlasspinner, der bis zu 30 Zentimetern Spannweite haben kann.

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Fotos: Peter Laufmann

© natur.de – Peter Laufmann
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