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Wenn die Sonne bebt

Plötzliche explosive Energieausbrüche in der Sonnenatmosphäre, sogenannte Flares, können seismische Wellen im Sonneninneren auslösen. Die Erschütterungen sind mit Erdbeben vergleichbar, wenn auch wesentlich heftiger.

Die Entdeckung gelang Alexander G. Kosovichev von der Stanford University in Kalifornien und Valentina V. Zharkova von der schottischen Glasgow University mit Hilfe des Solar and Heliospheric Observatory (SOHO), das gemeinsam von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der NASA betrieben wird.

Die Wissenschaftler hatten schon vor einigen Jahren vermutet, daß es solche Sonnenbeben geben könnte. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen war, daß die Explosionen in der Sonnenatmosphäre energiereiche Elektronen erzeugen, die entlang von Magnetfeldlinien auf die Sonnenoberfläche prallen und dort Röntgenstrahlung, Mikrowellen und Stoßwellen hervorrufen. Diese Stoßwellen sind die Auslöser der Sonnenbeben.

Ungefähr 20 Minuten nachdem ein Flare ausgebrochen war, den das Compton-Gammastrahlen-Observatorium der NASA registriert hatte, maß SOHO konzentrische Schwingungsmuster auf der Sonnenoberfläche. Sie ähnelten den kreisförmigen Wellen, die entstehen, wenn man einen Stein in einen See wirft. Sie beschleunigten von anfangs 35000 Kilometer pro Stunde auf 400000 Kilometer pro Stunde, bevor sie verschwanden. Dabei legten sie eine Strecke vom Zehnfachen des Erddurchmessers zurück.

Die seismischen Wellen setzten 40000mal mehr Energie frei als das große Erdbeben, das 1906 San Francisco verwüstete – das ist soviel Energie, wie die ganze USA innerhalb von 20 Jahren benötigt.

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Rüdiger Vaas

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