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Allgemein

Wer waren die ersten Künstler?

Als 1931 nordöstlich von Ulm auf der Schwäbischen Alb die Vogelherd-Höhle gefunden wurde, war das für die Wissenschaft eine kleine Sensation. Der Tübinger Archäologe Gustav Riek war dort auf fast ein Dutzend aus Mammutelfenbein geschnitzte Skulpturen gestoßen. Sie stellten unter anderem Pferde, Löwen und Mammuts dar und wurden auf 30 000 bis 40 000 Jahre datiert.

Damit gehören diese Funde aus der Zeit des frühen Aurignacien – der ersten Kulturstufe der jüngeren Altsteinzeit in Europa – zu den ältesten Zeugnissen figürlicher Kunst weltweit. In der Vogelherd-Höhle fanden die Forscher außerdem Skelettreste anatomisch moderner Menschen. Aufgrund der ebenfalls in der Höhle geborgenen klassischen Stein-, Knochen- und Elfenbeinwerkzeuge des Aurignaciens nahm man an, dass die menschlichen Fossilien auch aus dieser Epoche stammen. Viele Wissenschaftler sahen dies als Beleg dafür, dass sich die geistigen Fähigkeiten des anatomisch modernen Menschen zu Beginn der jüngeren Altsteinzeit extrem verändert hätten.

Zu einem völlig anderen Ergebnis ist jetzt ein deutsch-amerikanisches Forscherteam um den Archäologen Nicholas Conard von der Universität Tübingen gekommen, nachdem die Wissenschaftler die Skelettreste mit der Radiokohlenstoffmethode einer neuen Datierung unterzogen hatten. Danach sind die Knochen nur zwischen 3900 und 5000 Jahre alt. Das heißt: Ihre Besitzer können auf keinen Fall die Urheber der Elfenbeinfiguren gewesen sein, sondern lebten in der Jungsteinzeit. Wer hat die Figuren dann geschnitzt?

Conard möchte nicht ausschließen, dass die Neandertaler die Künstler gewesen sein könnten, da sie im Aurignacien, vor etwa 38 000 Jahren, zusammen mit den modernen Menschen in Europa lebten – für wahrscheinlich hält er diese These allerdings nicht. Auf jeden Fall ist die weit verbreitete Annahme nicht mehr faktisch belegbar, dass die Kultur des Aurignaciens ausschließlich von modernen Menschen hervorgebracht wurde, da die wenigen Menschenreste von anderen Fundstellen entweder nicht eindeutig bestimmt werden können oder nicht eindeutig datierbar sind.

Zudem schwächen die neuen Daten aus der Vogelherd-Höhle die „ Donau-Korridor-Hypothese“. Sie besagt, dass der anatomisch moderne Mensch schon relativ früh über die Donau nach Zentraleuropa einwanderte und den Raum besiedelte.

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