15.000 Wissenschaftler unterzeichnen "zweite Mahnung" Zweite "Warnung an die Menschheit" nach 25 Jahren - wissenschaft.de
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15.000 Wissenschaftler unterzeichnen "zweite Mahnung"

Zweite „Warnung an die Menschheit“ nach 25 Jahren

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Vom All aus betrachtet, wird die Verwundbarkeit der Erde deutlicher. (Bild: timothyh/fotolia.com)
1992 warnten Wissenschaftler die Menschheit vor einer Reihe bedrohlicher Umweltschäden. Zum 25. Jahrestag dieser Aktion haben nun 15.000 Wissenschaftler die „zweite Mahnung“ unterzeichnet. Die bedrückende Botschaft: Außer einer Bedrohung sind alle geblieben und die meisten haben sich verschlimmert.

„World Scientists Warning to Humanity“ – diesen Appell unterzeichneten vor 25 Jahren 1700 Wissenschaftler, darunter viele Nobelpreisträger. Sie warnten darin vor den bedrohlichen Entwicklungen im Bereich der Umweltzerstörung. Sie sahen die Gefahr, dass unser Planet irreversibel Schaden nimmt und die kritischen Trends letztlich zu großem menschlichen Elend führen. Mittlerweile sind nun 25 Jahre vergangen – Zeit einmal Bilanz zu ziehen, wie sich die Probleme entwickelt haben.

Das erschreckende Ergebnis prangert das internationale Team um William Ripple von der Oregon State University nun im Rahmen einer erneuten Aktion an: 15.000 Wissenschaftler aus 184 Ländern haben die ursprüngliche Warnung in der Form einer „Second Notice“ erneut bestärkt. In der begleitenden Veröffentlichung verdeutlichen die Initiatoren die meist kritischen Entwicklungen im Bereich der 1992 identifizierten Bedrohungen.

Bedrückende Bilanz

Sie kommen zu dem Fazit: Mit Ausnahme der Stabilisierung der Ozonschicht gibt es keine Erfolge zu verzeichnen – im Gegenteil: „Die Menschheit unternimmt nicht die dringenden Schritte, um unsere gefährdete Welt zu schützen“, so die Autoren. Sie betonen, dass die meisten der ursprünglich aufgezeigten Bedrohungen nicht nur fortbestehen, sondern weit schlimmer geworden sind.

Unter den negativen globalen Trends der letzten 25 Jahre sind besonders hervorzuheben:
• Senkung der verfügbaren Frischwassermenge pro Kopf um 26 Prozent
• Rückgang der Fangmenge von wild gefangenem Fisch trotz Zunahme des Fischereiaufwands
• Eine 75-prozentige Erhöhung der Anzahl der ozeanischen Totzonen
• Ein gigantischer Verlust von Waldland
• Weitere signifikante Erhöhung der globalen Kohlenstoffemissionen
• Eine 35-prozentige Zunahme der menschlichen Bevölkerung
• Ein Gesamtverlust von 29 Prozent der Bestände von Säugetieren, Reptilien, Amphibien, Vögeln und Fischen

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Die Autoren skizzieren in ihrer Veröffentlichung auch konkrete Möglichkeiten, Nachhaltigkeit im Umgang mit den Systemen der Erde zu fördern. Wenn sich hingegen nichts tut, ist ihnen zufolge mit verheerenden Folgen für die biologische Vielfalt und mit wachsendem menschlichen Elend zu rechnen. „Bald wird es zu spät sein, um vom Katastrophenkurs noch abzukommen. Wir müssen in unserem täglichen Leben und in der Politik erkennen, dass wir nur diese eine Erde als Zuhause haben“, so die Wissenschaftler.

Wie sie hervorheben, ist die Lage aber nicht hoffnungslos. Der Erfolg der Menschheit im Kampf gegen das Ozonloch lässt hoffen, dass auch in anderen Bereichen Entwicklung möglich ist. „Die schnelle globale Reduktion der ozonabbauenden Substanzen zeigt, dass wir positive Veränderungen bewirken können, wenn wir entschlossen handeln“, sagen Ripple und seine Kollegen.

Quelle: American Institute of Biological Sciences

© natur.de – Martin Vieweg
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