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Allgemein

ZWILLINGE und Andere KLONE

Eineiige (monozygote) Zwillinge sind biologisch gesehen Klone, da sie aus einer einzigen Zelle hervorgegangen sind. Etwa 2200 eineiige und 2300 zweieiige Paare wurden 2007 von der Österreicherin Barbara Prainsack befragt. Die Politologin, die am Center for Biomedicine & Society des Londoner Kings College arbeitet, wollte wissen: Wie beurteilen diese beiden Gruppen künstliche Fortpflanzungstechniken, das Klonen von Kindern eingeschlossen?

Nur 10 bis 12 Prozent sahen in den neuen Möglichkeiten etwas Unnatürliches. Zwar wollten 44 Prozent in jeder Gruppe – wie der Durchschnitt der Engländer – das Klonen zum Zweck der Fortpflanzung ganz verbieten. Aber die Gruppe der Monozygoten befürwortete das Klonen für therapeutische Zwecke stärker, die absichtliche Zeugung von sogenannten Rettungsgeschwistern eingeschlossen, die bei einer Erkrankung dem Klon-Geschwister Gewebe und Organe spenden könnten.

Einen Grund für die höhere Akzeptanz hat Prainsack bereits 2006 in ausführlichen Interviews mit sieben monozygoten und vier dizygoten Zwillingspaaren aufgespürt: Die natürlichen Klone fühlen sich trotz ihrer genetischen Ähnlichkeit als Individuen. Ihre „verkörperte“ Erfahrung sagt ihnen, dass Gene nicht alles sind. Sie empfinden sich weder als „nur eine Hälfte“ noch als „ total gegensätzlich“. Sie erleben durchaus eine enge Zwillingsbindung, jedoch in „zeitlich synchronen Lebensläufen“, wie Prainsack betont: Keine Jahre oder Generationen liegen zwischen ihnen – wie es zwischen geklonten Nachkommen und ihren genetisch nahezu identischen Vätern oder Müttern der Fall wäre. Die Vorstellung, sie wären zeitversetzt „produziert“ worden, löste jedoch bei allen Befragten Angst aus: die Angst, Erwartungen nicht zu genügen und immer mit dem Vorbild verglichen zu werden. Fazit: Allein in den Motiven der Klonierer und nicht in der hohen genetischen Übereinstimmung sehen die „Natur-Klone“ das ethische Problem. Charlotte Kerner

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Zahn|damm  〈m. 1u; Anat.〉 zwischen den Zähnen des Oberkiefers u. dem Gaumen liegende Rundung

Or|tho|pä|die|me|cha|ni|ker  〈[–ça–] m. 3; Med.〉 Mann, der beruflich künstl. Gliedmaßen u. a. orthopädische Hilfsmittel anfertigt

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