3D-Drucker für den Mond - wissenschaft.de
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3D-Drucker für den Mond

Es klingt schon sehr nach Science Fiction, womit sich US-Forscher an der Washington State University in Pullman beschäftigen – doch für das Team um Amit Bandyopadhyay ist es ein ernsthaftes Projekt, bei dem es bereits vielversprechende Erfolge gibt: Die Wissenschaftler wollen dafür sorgen, dass Werkzeuge und Ersatzteile bei künftigen Mond- und Marsmissionen nicht mehr mitgeschleppt werden müssen.

Was nach der Landung noch gebraucht wird, soll einfach aus einem mitgeführten 3D-Drucker kommen. Der wiederum soll mit geschmolzenem Geröll und Gestein des Trabanten oder Planeten gefüttert werden und die für die Herstellung benötigten Daten von einem speziellen Computerprogramm beziehen.

2010 hatte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA bei Bandyopadhyay angefragt, ob es denkbar sei, dreidimensionale Objekte aus Mondgestein zu drucken. Der Materialforscher machte sich mit seinen Kollegen ans Werk. Das erste Problem war, dass die Wissenschaftler eine geeignete Menge Mondgestein für ihre Versuche brauchten. Die NASA stellte ihnen fünf Kilogramm Regolith-Imitat zur Verfügung. Regolith ist das lockere Oberflächengestein des Mondes – kann also leicht „geerntet“ werden. Es besteht aus einer Verbindung von Silizium, Aluminium, Kalzium, Eisen und Magnesium-Oxid.

Die Hauptfrage lautete: Lässt sich dieses Material mit einem Laser so aufschmelzen, dass es als Ausgangsmaterial für einen 3D-Drucker geeignet ist? Nach einigen Experimenten stand fest: Es funktioniert. Das Regolith-Imitat verhielt sich ähnlich wie Kieselerde, die beispielsweise zur Herstellung von Glas verwendet wird. Den Forschern gelang es, aus dem aufgeschmolzenen Gestein einfache geometrische Objekte und eine Art Spachtel zu drucken. „ Das Ganze sieht zwar bisher noch nicht besonders beeindruckend aus“, räumt Bandyopadhyay ein. „Aber auf diesen Ergebnissen können wir aufbauen.“

Die Wissenschaftler haben auch noch ein weiteres Anwendungsgebiet entdeckt: Wenn auf dem Mond mal etwas kaputt geht beziehungsweise zerbricht, lassen sich mit dem geschmolzenen Regolith die gebrochenen Teile wieder zuverlässig kitten.

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Redaktion: Hans Groth, nachrichten@bild-der-wissenschaft.de

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