Am Vulkan Pinatubo droht eine Überschwemmungskatastrophe - wissenschaft.de
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Am Vulkan Pinatubo droht eine Überschwemmungskatastrophe

Der gewaltige Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo vor rund zehn Jahren kostete Hunderten von Menschen das Leben. Wissenschaftler warnen nun vor neuen Gefahren. Nicht Lava- sondern Wassermassen bedrohen diesmal die Dörfer und Ortschaften unterhalb des Vulkans.

Seit dem letzten Ausbruch hat sich der Krater des Pinatubo mit rund 250 Millionen Kubikmeter Regenwasser gefüllt. Der Kratersee reicht inzwischen bis wenige Meter unter den Rand des Kegels. Durch die jährliche Niederschlagsmenge von mehr als 3,5 Meter und den Trichtereffekt des Kraters stieg das Wasser im Vulkankegel bisher um bis zu zehn Meter pro Jahr, berichten Kelvin Rodolfo, Vulkanexperte von der University of Illinois und Rosalito Alonso, Geologe bei der britischen Hilfsorgansation Oxfam im Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Seit im Juni die Regenzeit begann, erhöhte sich der Wasserspiegel wöchentlich jeweils um einen weiteren Meter. Als die Forscher den Vulkan mit einem Helikopter überflogen, stellten sie fest, dass die Wassermassen nur noch vier Meter von einem V-förmigen Einschnitt, dem Maraunot Notch, entfernt sind. Sobald das Wasser beginnt, durch diese Kerbe im Kegel abzufließen, werden die Kraterwände nachgeben, glauben die Forscher. Sie schätzen, dass bei gleichbleibenden Niederschlägen die kritische Marke bereits innerhalb eines Monats erreicht wird.

Das zu Tal schießende Wasser wird sich mit losem vulkanischen Gestein mischen und sogenannte Lahars auslösen – Schlammfluten aus vulkanischer Asche, die Ortschaften und Siedlungen unter sich begraben. Besonders bedroht ist nach Ansicht von Rodolfo und Alonso die Stadt Botolan mit ihren 48.000 Einwohnern. „Wir können die Tatsache nicht ignorieren, dass sich dort oben mehrere hundert Millionen Kubikmeter Wasser befinden“, so Alonso, der mit seinen Warnungen bei philippinischen Behörden nach eigenen Angaben kein Gehör findet. Die beiden Forscher wenden sich inzwischen direkt an die Bevölkerung und versuchen, Katastrophenpläne auszuarbeiten.

Almut Bruschke-Reimer
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