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Astronomie+Physik

Astronauten trainieren im virtuellen All

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Damit Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS künftig nicht die Orientierung verlieren, können sie ihr Hirn bereits auf Erden auf die ungewohnte Umgebung vorbereiten. Helfen soll eine überdimensionale Brille namens „Virtual-Reality Orientation and Navigation Trainer“ (Foto), die dem Auge Szenen aus dem All vorspielt. Das Gerät aus den USA testet und trainiert, wie künftige Raumfahrer ohne Schwerkraft den Sinn für Unten und Oben behalten. Und es hilft, sich in den verschiedenen, doch immer ähnlichen Modulen der Raumstation zurechtzufinden. Wenn die Astronauten in einem Notfall die Station eilig verlassen müssen, könnte der Verlust der räumlichen Orientierung fatal enden.

„Unsere Körper sind für die Schwerkraft der Erde ausgelegt, und die Schwerkraft sagt unserem Hirn, wie der Körper im Raum orientiert ist“, so Charles Oman vom National Space Biomedical Research Institute (NSBRI). „Im All verändert sich die Wahrnehmung des Unten ständig, während man in der Schwerelosigkeit rotiert. Desorientierung entsteht, weil das Innenohr das Hirn nicht länger mit Oben-Unten-Informationen versorgt.“ Oman ist Kopf des Neurovestibular Adaptation Teams, das Probleme der Orientierungslosigkeit im All untersucht. Die Forscher analysieren, wie sich Menschen an Orten und Objekten ausrichten.

Aufgrund ihrer Erkenntnisse entwickelten sie das Trainingsgerät, das den werdenden Astronauten virtuelle Szenen vorspielt: Sie bewegen sich etwa durch mehrere Stationsmodule, und müssen dann den Weg zurück erklären. „In Raumstationen sind Wände, Decken und Böden von ähnlicher Farbe und Größe“, erklärt Oman. „Man muss die Umgebung mit Hilfe von Tricks kennen lernen, sich eindeutige Orientierungspunkte suchen, und Hinweise, die dem Astronauten helfen, seinen Sinn für Oben und Unten zu behalten.“ Das Team untersucht auch die Einflüsse des Innenohrs auf den Orientierungssinn im schwerelosen Raum. Astronauten haben auf Reparatur-„Ausflügen“ im All gelegentlich das Gefühl, zu fallen – auch wenn dem gar nicht so ist.

Dörte Saße
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