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Astronomie|Physik

Astronomen entdecken planetenähnliches Objekt weit entfernt von der nächsten Sonne

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Das Mehrfachsternsystem Sigma Orionis ist am Himmel mit dem bloßen Auge sichtbar. Der Schwarzweißausschnitt zeigt SOri70, aufgenommen mit dem William-Herschel-Teleskop. (Bildquellen: Universität von Hawaii, Victor Bejar, Eduardo Martin)
Ein internationales Astronomenteam hat im Sternbild Orion ein 1150 Lichtjahre entferntes Objekt fotografiert, bei dem es sich um einen Planeten von der Größe Jupiters handeln könnte. Seltsam ist aber, dass dieses Objekt 36.000-mal so weit vom nächsten Stern entfernt ist wie Jupiter von unserer Sonne. Die Forscher diskutieren ihre Entdeckung auf einem Symposium der Internationalen Astronomischen Union in Hawaii.

Sicher ist, dass es sich bei SOri70 um ein „ultrakaltes“ Objekt handelt. Ultrakalt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Temperatur höchstens 900 Grad Celsius beträgt. Das wissen die Forscher, weil sie auf den Aufnahmen dieses Objektes die Spektrallinien von Methan entdeckt haben. Daraus folgt, dass SOri70 entweder ein brauner Zwerg oder ein Planet ist. Braune Zwerge sind „verhinderte Sonnen“. Sie sind schwerer als Planeten, aber ihre Masse reicht nicht zur Zündung der Kernfusion aus.

Wenn es sich beim Objekt SOri70 wirklich um einen Planeten handelt, der 36.000-mal so weit wie Jupiter oder 180.000-mal so weit wie die Erde vom nächsten Stern Sigma Orionis entfernt ist wie Jupiter bzw. die Erde von der Sonne, dann müssten die Forscher eine Erklärung dafür suchen, wie er dort entstanden oder hingedriftet ist. Alternativ könnte SOri70 aber auch ein brauner Zwerg sein, der nur zufällig in die Sichtlinie zwischen Erde und Sigma Orionis geraten ist. Die Wahrscheinlichkeit für die zweite Alternative geben die Astronomen mit 20 Prozent an.

Die Entscheidung zwischen den beiden Alternativen hängt von einer genauen Entfernungsbestimmung ab. Hier hoffen die Astronomen auf die Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops. Die bisherigen Aufnahmen wurden mit dem Keck-Observatorium auf Hawaii und mit dem William-Herschel-Teleskop auf den kanarischen Inseln gemacht.

Neben spanischen Astronomen und Astronomen der Universität von Hawaii waren an der Entdeckung von SOri70 auch Joachim Eislöffel von der Thüringer Landessternwarte und Reinhold Mundt vom Max-Planck-Institut für Astronomie beteiligt.

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