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Astronomie+Physik

Astronomen klären Entstehungsgeschichte des Eulennebels

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Der Eulennebel. Foto: Karen Kwitter (Williams College), Ron Downes (STScI), You-Hua Chu (University of Illinois), NOAO/AURA/NSF
Im Sternbild „Großer Wagen“ befindet sich ein skurriler planetarer Nebel, der aussieht wie der Kopf einer Eule. Wie die merkwürdige Gaswolke entstanden ist, hat jetzt ein spanisch-amerikanisches Forscherteam geklärt.

Der Eulennebel besteht aus drei konzentrischen Schalen aus Gas: einem schwachen äußeren Halo, einer kugelförmigen mittleren und einer elliptischen inneren Schale. Die innere Schale ist in zwei dunklere Höhlen geteilt, die als die Augen der Eule erscheinen. Zwei besonders helle Stellen kann man als Stirn und Schnabel des Nachtvogels interpretieren.

Im Astronomical Journal (Ausgabe Juni 2003) berichten Martin Guererro von der University of Urbana Champaign und seine Kollegen, dass der äußere Halo vermutlich entstand, als der nukleare Ofen des Muttersterns erlosch. Der Stern dürfte danach einen erheblichen Massenverlust erlitten haben, schreiben die Forscher.

Nach einiger Zeit intensivierte sich der stellare Wind, durch den weiter Masse verloren ging, zu einem „Superwind“. Die Materie, die davon ins All geblasen wurde, bildete die mittlere Schale. Danach wurde der Wind noch stärker und komprimierte das Gas der mittleren Schale, so dass ein relativ materiearmer innerer Bereich entstand. Mittlerweile ist der Wind abgeflaut, so dass Materie in die Eulenaugen zurückströmt, beobachteten die Forscher mit dem William-Herschel-Teleskop auf La Palma und dem Burrell-Schmidt-Teleskop am Kitt Peak National Observatory.

Einige andere planetare Nebel haben ebenfalls einen dreischaligen Aufbau. Die Forscher vermuten, dass sie durch einen ähnlichen Mechanismus entstanden sind. Der Name „planetarer Nebel“ ist übrigens irreführend. Die Gebilde haben mit Planeten nichts zu tun, sondern entstehen beim Tod mittelschwerer Sterne. Der Eulennebel liegt mit einer Entfernung von 2000 Lichtjahren besonders nah an der Erde.

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Ute Kehse
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