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Astronomie+Physik

Auch "nackte" T-Tauri-Sterne könnten Planeten hervorbringen

Wesentlich mehr sonnenähnliche Sterne, als Astronomen bislang gedacht haben, sind womöglich von Planeten umgeben. Das legen Beobachtungen von David Weintraub und Jeffrey Bary von der Vanderbilt University im US-Bundesstaat Tennessee nahe, die die beiden auf der Tagung der American Astronomical Society in Nashville vorstellten.

Bislang hatten Astronomen angenommen, dass Sterne wie die Sonne relativ selten ein Planetensystem haben. Denn nur ein kleiner Teil der jungen, sonnenähnlichen Sterne, die sich in ihrer so genannten T-Tauri-Phase befinden, ist von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben, aus der sich später Planeten bilden. Bary und Weintraub argumentieren allerdings, dass auch diese nackten T-Tauri-Sterne wahrscheinlich eine solche protoplanetare Scheibe besitzen. Wenn aus den Staubkörnern im Frühstadium der Planetenbildung allmählich größere Brocken werden und sich die Gasatome zu Molekülen zusammentun, werde die Scheibe allerdings unsichtbar.

Wer sie in diesem Stadium noch aufspüren will, muss besonders genau hinschauen. Nach den Überlegungen der Forscher müsste molekularer Wasserstoff noch lange in der Scheibe vorhanden sein, bevor er von entstehenden Gasplaneten wie Jupiter oder Saturn aufgesogen wird. Allerdings sind Wasserstoffmoleküle im Gegensatz zu Wasserstoff-Atomen nur schwer dazu zu bringen, Licht abzustrahlen. Bary und Weintraub gelang es jetzt, bei einem T-Tauri-Stern namens DoAr21 infrarotes Licht einer ganz bestimmten Wellenlänge zu finden, das entsteht, wenn Wasserstoffmoleküle von der Röntgenstrahlung der T-Tauri-Sterne aufgespalten werden.

Die Strahlung war zwar so schwach, dass geringe Mengen Wasserstoff ausreichen, um sie zu produzieren. Durch Vergleich mit anderen T-Tauri-Sternen, die noch eine sichtbare Scheibe besitzen, errechneten Bary und Weintraub jedoch, dass die versteckte Masse hundert Millionen Mal größer sein muss. Wenn die beiden Forscher richtig liegen, dann müssten Planetensysteme wie das der Sonne ein gewöhnlicher Anblick im Universum sein.

Ute Kehse
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