Auf den Schwingen der Polarlichter - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Auf den Schwingen der Polarlichter

Elektrische Felder könnten Bakterien und andere Mikroben von der Erde ins All tragen und zu Planeten wie dem Mars transportieren. Das vermutet der Elektroingenieur Tom Dehel von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA nach Berechnungen elektromagnetischer Felder in der Erdatmosphäre. Bisher glaubten Wissenschaftler, dass ein solcher Austausch von Leben nur durch den Einschlag eines Meteoriten möglich ist, bei dem mikrobenhaltiger Staub ins Weltall geschleudert wird.

Nach der unter Wissenschaftlern kontrovers diskutierten so genannten Panspermie-Hypothese kam das Leben auf der Erde aus dem All. Primitive Lebensformen haben demnach unbeschadet große Entfernungen zurückgelegt, regneten auf die Erde und legten dort den Grundstein für alles Leben. Ob die Hypothese zutrifft oder nicht ? laut Dehel ist zumindest der umgekehrte Weg, bei dem Leben von der Erde zu anderen Planeten transportiert wird, durchaus möglich.

Der Ingenieur schließt dies aus der Verteilung der elektrischen und magnetischen Felder der Erdatmosphäre. Nahe der Erdoberfläche können diese Felder wegen der dort häufigen Gewitter sehr stark sein. Aber auch in größeren Höhen gibt es Felder, die stark genug sind, eine elektrisch geladene Mikrobe immer weiter nach oben zu tragen, ergaben Dehels Berechnungen. Der Wissenschaftler vermutet nun, dass in der oberen Atmosphäre eine Vielzahl solcher Organismen anzutreffen ist, die sich optimal an die harten Lebensbedingungen in dieser Höhe angepasst haben und sich dort auch vermehren.

Aus diesen Höhen können sie unter dem Einfluss des so genannten Sonnenwinds auch hinaus ins Weltall getragen werden, vermutet Dehel. Dieser Strom geladener Teilchen trifft ununterbrochen auf die Erde und lässt unter anderem die Polarlichter entstehen. Die auf diese Weise ins Weltall getragenen Mikroben könnten nicht nur zu Nachbarplaneten wie dem Mars getragen werden, sondern auch zu fremden Planetensystemen. Studien haben gezeigt, dass einzelne Mikroben die auf einer solchen Reise herrschenden harten Bedingungen durchaus überleben können.

New Scientist, Onlinedienst ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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