Auf der Suche nach dem Erdzwilling - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Auf der Suche nach dem Erdzwilling

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Die Staubscheibe von FN Tau (hier eine Illustration) ist wegen der geringen Anziehungskraft des Sterns außen breiter als innen und ähnelt daher einem Autoreifen. Bild: Subaru-Teleskop
Der sonnenähnliche Stern FN Tau im Sternbild Stier ist 460 Lichtjahre von der Erde entfernt, ein Zehntel der Sonnenmasse schwer und gerade einmal 100.000 Jahre alt. Bei diesem kosmischen Leichtgewicht konnten Forscher nun mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii eine extrem leichte Staubscheibe sichtbar machen ? die Region, in der Planeten geboren werden.

Bislang konnten Astronomen nur bei wesentlich größeren Sternen das Licht von Staubscheiben auffangen, da diese deutlich schwächer leuchten als die Sterne, die sie umgeben. Die Subaru-Astronomen richteten nun ihr kürzlich aufgerüstetes Teleskop auf den kleinsten sonnenähnlichen Stern in der Region, um die Leistungsfähigkeit des Instruments zu testen. Tatsächlich konnten sie das Licht der Staubscheibe von FN Tau detektieren ? einem Stern, der sich gerade in der sogenannten T- Tauri-Phase befindet. Bei solchen Sternen hat die Kernfusion im Inneren noch nicht oder gerade erst eingesetzt, sie neigen mitunter zu heftigen Ausbrüchen.

Wie Tomoyuki Kudo und seine Kollegen feststellten, hat die Staubscheibe einen Durchmesser, der dem 260-Fachen der Entfernung zwischen Erde und Sonne und damit dem typischen Wert für dichtere Scheiben entspricht. Die gesamte in der Scheibe vorhandene Masse beträgt aber nur sechs Prozent des Sternengewichts. Computermodellen zufolge können sich in solchen Staubscheiben keine gasförmigen Riesenplaneten wie Jupiter bilden, sondern höchstens erdähnliche Planeten.

Die bislang entdeckten 270 Exoplaneten sind allesamt wesentlich schwerer als die Erde. Bei fast allen handelt es sich um sogenannte „heiße Jupiter“, riesige Gasbälle, die ihre Heimaststerne in engen Umlaufbahnen umkreisen. Der kleinste bislang entdeckte Exoplanet ist immerhin noch fünfmal so schwer wie die Erde.

Tomoyuki Kudo (Subaru Teleskop, Hawaii) et al.: The Astrophysical Journal, Bd. 673, S. L67?L70 Ute Kehse
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