bdw an Bord: Im Golfstrom - wissenschaft.de
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bdw an Bord: Im Golfstrom

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Die Maria S. Merian. Foto: Thomas Willke
Sonntag 1.4.2012 Position: 24°43,76? N 079°18,59? W (um 12.00 Uhr Bordzeit = MESZ -6 Stunden) Kurs: DP-Mode: Auto-Positioning Etmal (die in 24 Stunden zurückgelegte Strecke): 157 Seemeilen Durchschnittsgeschwindigkeit: 6,5 Knoten Wetterbericht, 12.00 Uhr: Luftdruck: 1.015 hPa Wind: West 3 Beaufort Lufttemperatur: 24,3°C Wassertemperatur: 25,9°C Höhe der Dünung: 1 Meter Der Tag begann vor der Insel Bimini. Die Merian hatte die beliebte Ferieninsel gewählt, um hier für die Bahamas ?einzuklarieren?, sich offiziell bei den Behörden zu melden und Zoll- und Passangelegenheiten zu klären. Morgens um 8 Uhr sollte der Termin sein ?wer nicht kam, war der Immigration Officer der Bahamas. Wirklich gewundert hat es aber eigentlich keinen. Wer länger zur See fährt, weiß, dass die Uhren in manchen Ländern anders ticken als in Deutschland. Kurz nach 11 Uhr kam dann ein altes Sportboot angefahren, mit dem Captain Roland, ein lockerer Typ ? barfuß, in Bermudashorts ? den Agenten und den Immigration Officer brachte. Nun ging alles recht flott und die Merian konnte in ihr erstes Untersuchungsgebiet fahren. Den Anfang machte eine chemisch-physikalische Untersuchung der kompletten Wassersäule, wie die Forscher das Meerwasser vom Meeresboden bis zur Oberfläche nennen. Der Meeresboden fällt gleich hinter Bimini steil ab, und schon nach wenigen Seemeilen ist das Meer über 700 Meter tief. Nachdem die Forscher das Untersuchungsgebiet mit Fächerecholot vermessen hatten, ging das ROV auf Tiefe. Ein schwieriges Unterfangen, denn durch den Sund zwischen Florida und den Bahamas quetschen sich die Wassermassen des Golfstroms hindurch. ?Er transportiert hier 1.000-mal so viel Wasser wie der Amazonas?, sagt Gregor Eberli von der Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Sciences in Miami, USA. Und um alles noch komplizierter zu machen, fließt unter dem Golfstrom ein Gegenstrom von Norden her durch die Florida-Straße. Entsprechend stark sind die Strömungen hier. Schon das Abtauchen war für das ROV sehr problematisch. Es hat keinen Ballast, sondern arbeitet sich aktiv mit Propellern nach unten. Aber den ROV-Piloten gelang es, an den Boden zu erreichen. Allerdings ist es sehr schwierig, den Tauchroboter unter diesen Bedingungen anzuhalten, um Proben zu nehmen. Der Tauchgang dauerte bis in den Abend. Als nächstes wollen die Forscher Bodenproben vom Meeresgrund heraufholen. Die Merian hat die Gastlandflagge der Bahamas gesetzt. Ab jetzt wird sie den Schelfrand der Inselgruppe untersuchen. Foto: Thomas Willke Während auf der Brücke der Papierkram erledigt wird, klönt Captain Roland mit Fahrtleiter Dierk Hebbeln. Foto: Thomas Willke Fossile Skelette der Kaltwasserkoralle Lophelia pertusa. Sie bildet riesige Kolonien an den Kontinentalhängen fast aller Meere. Foto: Lydia Beuck/André Freiwald Thomas Willke, Korrespondent von bild der wissenschaft, von Bord der Maria S. Merian Das vollständige Logbuch finden Sie hier 15. März: „Startschwierigkeiten“ 16. März: Kein Visum ? keine Forschungsreise 17. März: Ruhe vor dem Strum 18. März: Von Unterwasserrobotern und Korallen 19. März: Jagd nach Aerosolen 20. März: Achtung, Rutschgefahr! 21. März: Endlich im Arbeitsgebiet 22. März: Daten sammeln auf rauer See 23. bis 25. März: Reiche Ausbeute vor Yucatan 26. März: Vielfältige Unterwasserwelt vor Florida 27. März: Tückischer Sand 28. März: Den Meeresboden durchleuchten 29. März: Oasen in der Wüste 30. März: Ein Freund für den ROV 31. März: Bahamas voraus 01. April: Im Golfstrom 02. April: Die erste Banane 03. April: Der Korallenfriedhof 04. April: Mount Gay 05. April: Zwei Berge und ein Blitz 06. April: Nordwärts 07. April: Abschied Mehr über die Forschungsexpedition der Maria S. Merian erfahren Sie unter www.marum.de .
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