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Astronomie+Physik

Beschleunigte Ausdehnung des Universums bestätigt

Das Universum dehnt sich immer schneller aus. Diese Erkenntnis, die zwei Astronomenteams vor drei Jahren nach der Studie weit entfernter Supernovae hatten, ist jetzt mit einer unabhängigen Methode bestätigt worden.

Wie die Forscher um George Efstathiou von der University of Cambridge in den „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (Bd. 330, Nr. 2) berichten, verglichen sie die Struktur der Mikrowellen-Hintergrundstrahlung des Universums, die die Verteilung der Materie 300.000 Jahre nach dem Urknall widerspiegelt, mit der heutigen Verteilung von Galaxien, 15 Milliarden Jahre nach dem Urknall.
Dazu untersuchten sie die Lage von 250.000 Galaxien mit dem Anglo-Australian Observatory im australischen Siding Springs. Mit einem einfachen geometrischen Verfahren konnten sie aus diesem Vergleich auf die Zusammensetzung des Universums schließen. Das Ergebnis: Das Universum ist voll von der geheimnisvollen „dunklen Energie“, einer Kraft, die die Expansion um so stärker beschleunigt, je größer und leerer das Universum wird.

Die dunkle Energie geht auf Einstein zurück, der sie als „kosmologische Konstante“ in seine Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie einführte, später diesen Schritt selbst aber als „größte Eselei“ seiner Karriere bezeichnet hatte. Vor drei Jahren hatten Entfernungsmessungen an weit entfernten Sternenexplosionen dann überraschend ergeben, dass die Ausdehnung des Universums nicht allmählich abgebremst wird, sondern immer schneller voran schreitet. Viele Astronomen hatten diesem befremdlichen Ergebnis zunächst ablehnend gegenüber gestanden. Die Ergebnisse der Forscher um Efstathiou bestätigen jetzt die Ergebnisse der älteren Studien. „Es scheint, als ob Einstein keine Eselei begangen hat“, so der Astronom, „die dunkle Energie existiert und scheint über die anderen Formen von Materie zu dominieren.“ Eine Erklärung für das Phänomen müssten jetzt die Theoretiker finden, sagt Efstathiou: „Vielleicht braucht man dafür die String-Theorie, vielleicht ein paar Dimensionen mehr oder eine Theorie darüber, was vor dem Urknall los war. Das weiss zurzeit niemand.“

Ute Kehse
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