Besuch für die Erde - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Besuch für die Erde

Am Mittwoch bekommt die Erde für kurze Zeit einen neuen Nachbarn: In einem Abstand von nur 1,5 Millionen Kilometern fliegt der Asteroid „Toutatis“ an unserem Planeten vorbei. Der Felsbrocken ist mit 4,6 Kilometern Länge und 2,4 Kilometern Breite das größte Objekt, das der Erde während der vergangenen hundert Jahre so nah gekommen ist. Sichtbar wird der Asteroid allerdings nur von der Südhalbkugel aus sein, berichtet der Nachrichtendienst Space.com.

Toutatis, der nach einem gallischen Stammesgott benannt ist (der „Teutates“ aus den Asterix-Comics), passiert die Erde etwa alle vier Jahre, meist in sehr großer Entfernung. Diesmal ist der Abstand zur Erde jedoch nur etwa viermal so groß wie die Entfernung zwischen Erde und Mond. Trotz gegenteiliger, zeitweise im Internet kursierender Gerüchte besteht aber keine Gefahr eines Zusammenstoßes: Da Astronomen Toutatis seit mehr als zehn Jahren intensiv beobachten, können sie seine Flugbahn bis auf wenige Kilometer genau vorhersagen.

Bei seiner Passage am Mittwoch erscheint Toutatis am Himmel der südlichen Hemisphäre, schreibt „space.com“. Wegen der geringen Entfernung zur Erde und der hohen Geschwindigkeit des Asteroiden ist seine Beobachtung jedoch relativ schwierig. So hängt beispielsweise die Position, in der der Himmelskörper von der Erde aus sichtbar ist, stark vom Standpunkt des Beobachters ab. Erschwert wird die Sichtung außerdem durch den Einfall des Mondlichts. Gelingt es, Toutatis mit einem Teleskop zu erfassen, kann die Bewegung des Asteroiden praktisch in Echtzeit beobachtet werden, ähnlich wie die Bewegung eines Sekundenzeigers auf einer Uhr. Anfang Oktober werden dann auch Astronomen auf der Nordhalbkugel eine Chance bekommen, Toutatis zu sehen.

Toutatis war 1989 entdeckt worden. Besonders auffällig ist seine merkwürdige Eigendrehung: Im Gegensatz zu den meisten anderen Himmelsobjekten rotiert er nicht um eine, sondern um zwei Achsen. Dadurch wirkt seine Bewegung torkelnd.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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