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Blitze im Auge des Hurrikans

Heftige Regenfälle, extreme Winde und verheerende Überschwemmungen zählen zu den apokalyptischen Begleiterscheinungen eines Hurrikans. Blitz und Donner bringen die Wirbelstürme dagegen selten mit sich. Eine Ausnahme machten drei der stärksten Stürme des vergangenen Jahres: In den Wolkenwänden, die die Augen der Stürme Emily, Rita und Katrina umschlossen, beobachteten Forscher heftige Entladungen.

In einem Feldexperiment in Costa Rica taten sich Blitzexperten und Hurrikanforscher im vergangenen Sommer zusammen, um zu ergründen, ob ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Blitzen und der Stärke eines Hurrikans besteht. Mit dem Wetterflugzeug ER-2 der Nasa registrierten die Forscher um Richard Blakeslee vom Global Hydrology and Climate Center in Huntsville, Alabama, extrem starke elektrische Felder mit einer Stärke von 8.000 Volt pro Meter über dem Kategorie-4-Sturm Emily. „Das ist riesig ? Felder von ähnlicher Stärke würden wir über den stärksten Gewittern an Land erwarten“, sagt Blakeslee. Die starken elektrischen Spannungen entluden sich mehrmals pro Minute. Die resultierenden Blitze verliefen sowohl von Wolke zu Wolke als auch von Wolke zu Boden. Bei Rita und Katrina, den verheerenden Hurrikans der Kategorie 5, wurde die elektrische Aktivität lediglich vom Boden aus mit Sensoren überwacht.

Noch ist das heftige Blitzen den Forschern ein Rätsel. „Die höchste Wahrscheinlichkeit, dass es in einem Hurrikan blitzt, ist, wenn er auf Land trifft“, berichtet Blakeslee. Dann können vertikale Aufwinde entstehen, in denen Wassertröpfchen elektrisch aufgeladen werden. Weder bei Rita, noch bei Katrina oder Emily waren dagegen Berge oder Hügel im Weg, als die Blitze erschienen, sondern sie befanden sich noch über dem Meer.

Die Gewalt der drei Stürme sei keine ausreichende Erklärung für das Leuchtspektakel, sagt Blakeslee. „Andere Stürme waren genauso intensiv und haben keine Blitze erzeugt“, sagt Blakeslee und folgert: „Es muss noch eine andere Erklärung geben.“ Die Auswertung der Daten, so berichtet der Forscher, wird allerdings noch einige Monate in Anspruch nehmen.

Ute Kehse
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