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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Der Papageien-Dino

Ein chinesisch-amerikanisches Forscherteam hat in der Mongolei ein fast vollständig erhaltenes Skelett eines bisher unbekannten Dinosauriers gefunden, der stark heute lebenden Papageien ähnelt: Sein Schädel hatte in etwa dieselben Proportionen, und seine Schnauze glich ebenfalls dem typischen Papageienschnabel. Das insgesamt nur knapp einen Meter lange Tier lebte vor etwa 110 Millionen Jahren und ernährte sich wohl von Nüssen und harten Samenkörnern, berichten Paul Sereno von der Universität von Chicago und seine Kollegen.

Der kleine Dinosaurier gehörte zur Gattung Psittacosaurus, einer Gruppe, zu der noch mindestens acht weitere Arten gezählt werden und die damit eine der artenreichsten Dinosauriergattungen ist. Aufgrund seines Fundortes in der Wüste Gobi tauften die Forscher die neuentdeckte Art Psittacosaurus gobiensis. Bei den Funden handelt es sich um Fragmente mehrerer Individuen und das fast vollständige Skelett eines erwachsenen Exemplars. Erhalten sind sowohl der gesamte Schädel wie auch der größte Teil der restlichen Knochen, mit Ausnahme des rechten Vorderglieds, einem Teil von Kreuzbein und Beckengürtel sowie des rechten Hinterbeins und des Schwanzes. Das Tierchen, dessen Rumpf nur etwa 40 Zentimeter lang war, wurde nach seinem Tod vermutlich von Aasfressern ausgeweidet, bevor sein eingetrockneter Kadaver dann von Erde bedeckt wurde.

Im Bauchraum des kleinen Dinosauriers fanden sich mehr als 50 Steinchen mit Durchmessern von fünf Millimetern bis über einem Zentimeter. Solche Magensteine oder Gastrolithen wurden auch bei vielen anderen Psittacosauriern entdeckt und scheinen wie bei den heutigen Vögeln eine wichtige Rolle bei der Verdauung gespielt zu haben. Da P. gobiensis für seine geringe Größe unverhältnismäßig große Magensteine besaß, vermuten die Forscher, dass er sich hauptsächlich von Nüssen, Samen mit harten Schalen und anderem faserreichen Pflanzenmaterial ernährte.

Das wird auch durch die ungewöhnlichen Kiefer untermauert: Der Dinosaurier besaß auf jeder Seite acht Zähne im Ober- und neun Zähne im Unterkiefer, die beim Schließen der Schnauze schräg aneinander vorbeiglitten und sich so selbst schärften. Ausgestattet waren die Kiefer sowohl mit starken Muskeln als auch mit verschiedenen Knochenverstärkungen, die starke Kräfte beim Zubeißen abfingen. Ober- und Unterkiefer konnten vermutlich in verschiedene Stellungen zueinander gebracht werden: Wurden sie direkt aufeinandergepresst, boten sie eine scharfe Schnittkante. Wurden sie leicht gegeneinander verschoben, halfen sie vermutlich, Samenkörner zu schälen oder Nüsse gegen den knochenverstärkten Gaumen zu pressen und so zu knacken.

Paul Sereno (Universität von Chicago) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1098/rspb.2009.0691 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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