Der trommelnde Vulkan - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Astronomie+Physik Erde+Klima

Der trommelnde Vulkan

Der Mount St. Helens ist vor allem durch seinen verheerenden Ausbruch im Mai 1980 bekannt. Im Winter 2004/2005 zeigte der Vulkan im US-Bundesstaat Washington ein wesentlich friedlicheres und erstaunlich gleichmäßiges Eruptionsverhalten: Begleitet von regelmäßigen Erdbeben schoben sich riesige, feste Gesteinspfropfen aus dem Schlot an die Oberfläche, berichten Forscher um Richard Iverson vom Geologischen Dienst der USA.

Zwischen den Erdbeben, die regelmäßig wie ein Trommelschlag einmal pro Minute auftraten, und dem Aufstieg der Pfropfen bestand den Forschern zufolge ein direkter Zusammenhang: Ihrem Modell nach schob sich der Pfropfen mit jedem Erdstoß um wenige Millimeter nach oben. Die Forscher beschreiben den Mount St. Helens in ihren Berechnungen durch das physikalische Modell eines gedämpften Oszillators.

Das Magma in der Magmakammer befand sich demnach in einem Gleichgewichtszustand. Am Rand des Pfropfens aufsteigendes Magma schob die Gesteinsblöcke stetig nach oben. Der größte, 380 Meter lange Pfropfen aus dem Gestein Dacit ähnelte dem Rücken eines riesigen Wals. Nachdem die Gesteinsblöcke an die Oberfläche gelangt waren, zerbrachen sie auf dem wachsenden Schuttkegel, der im 1980 gebildeten Krater des Vulkans wächst.

Iverson und seine Kollegen schreiben, dass der Mount St. Helens bei der Eruption von 2004/2005 im Durchschnitt 0,2 Kubikmeter Gestein pro Sekunde ausstieß, vor allem in Form des festen Dacits. Dies entspricht der durchschnittlichen Eruptionsmenge während der vergangenen 4.000 Jahre. Beim Ausbruch 1980 war es dagegen zu einer gewaltigen Explosion gekommen, bei der Asche bis in 20 Kilometer Höhe geschleudert wurde. Ein Erdrutsch, bei dem die gesamte Nordflanke des Mount St. Helens abglitt, hatte den Druck in der Magmakammer plötzlich entlastet und so die zerstörerische Eruption in Gang gesetzt.

Richard Iverson (Geologischer Dienst der USA, Kaskaden-Vulkan-Observatorium, Washington) et al: Nature Bd. 444, S. 439 Ute Kehse
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Hau|he|chel  〈f. 21; unz.; Bot.〉 rotblühender, z. T. dorniger Schmetterlingsblütler an Feldrainen u. Wegrändern: Ononis [<Heu ... mehr

Krie|bel|mü|cke  〈f. 19; Zool.〉 in Gebieten mit rasch fließenden Wasserläufen häufig vorkommende, sehr kleine, stechfreudige Mücke: Sumiliida

♦ Ar|thri|ti|ker  〈m. 3; Med.〉 jmd., der an Arthritis leidet

♦ Die Buchstabenfolge ar|thr… kann in Fremdwörtern auch arth|r… getrennt werden.
» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige