Der Weg der tödlichen Glutwolke - wissenschaft.de
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Der Weg der tödlichen Glutwolke

Die Menschen, die während des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus in der Stadt Pompeji aufhielten, hatten kaum eine Chance: Eine mehrere hundert Grad heiße, mit Ascheteilchen vermischte Gaswolke wälzte sich in Sekundenschnelle die Flanke des Vulkans Vesuv herab und verschlang alles auf ihrem Weg. Doch womöglich war nicht jedes Haus in Pompeji eine Todesfalle, berichten Forscher um Lucia Gurioli vom Nationalen Vulkanologischen Institut in Pisa in der Zeitschrift Geology.

Die Forscher untersuchten anhand der noch vorhandenen vulkanischen Ablagerungen in der antiken Stadt, welchen Weg die Glutwolke, ein so genannter pyroklastischer Strom, durch Pompeji nahm. Anschließend modellierten sie mit Hilfe eines Computers, wie die Gebäude den Verlauf der Glutwolke beeinflussten.

Die Forscher stellten fest, dass der untere Bereich des Stroms durch Stadtmauern und Straßenzüge in mehrere Teilströme geteilt wurde. Die Daten der Forscher belegen, dass die Asche zum Zeitpunkt ihrer Ablagerung noch immer 200 bis 300 Grad heiß war ? heiß genug, um die Bürger Pompejis zu töten. Einzelne Bewohner könnten aber Glück gehabt haben: In einigen Räumen, hinter Gebäuden oder anderen Hindernissen bildeten sich zum Teil Wirbel, in die kältere Luft hereingesogen wurde. Dort herrschten geringere Temperaturen.

Nachdem sie sich über Pompeji gewälzt hatte, dürfte die Glutwolke auf ihrem weiteren Weg aber sämtliches Leben vernichtet haben, schreiben die Forscher. Die Asche, die sich unterhalb von Pompeji niederlegte, hatte eine Temperatur von über 300 Grad Celsius.

Die Studie ist Teil eines Forschungsprogramms, in dem das Risiko explosiver Vulkanausbrüche in Europa untersucht wird.

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Lucia Gurioli et al. (Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia Pisa): „Interaction of pyroclastic density currents with human settlements: Evidence from ancient Pompeii“, Geology, Bd. 33, Nr. 6, S. 441

Ute Kehse
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