Die Bedrohung aus dem All ist größer als bisher vermutet - Astronomen entdecken mehr als 1.100 gefährliche Asteroiden - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Die Bedrohung aus dem All ist größer als bisher vermutet – Astronomen entdecken mehr als 1.100 gefährliche Asteroiden

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Das vermutliche Szenario am Ende der Kreide vor rund 65 Millionen Jahren ist hinlänglich bekannt. Ein Himmelskörper traf die Erde vor der Küste Mexikos und führte zu einem katastrophalen Artensterben. Und es ist nicht auszuschließen, dass die Erde erneut von derartigen Katastrophen heimgesucht wird. Wissenschaftler des Lincoln Near-Earth Asteroid Research Program (LINEAR) vermuten, dass die außerirdische Bedrohung größer ist als bisher angenommen. Mit ihren Teleskopen im amerikanischen Neumexiko zählten sie mehr als 1.100 Asteroiden, die einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer haben. Das übertrifft bisherige Schätzungen um das Doppelte. Alle befinden sich auf Umlaufbahnen, die der Erde einmal gefährlich nahe kommen könnten.

Dabei können schon Brocken mit einem Durchmesser von rund einem Kilometer verheerende Folgen haben. Milliarden von Menschen könnten Opfer von Flutkatastrophen und globaler Klimaveränderungen werden. Rein statistisch gesehen, müssen wir alle 500.000 bis zehn Millionen Jahre mit einem solchen Einschlag rechnen. Allein 400 Stück davon konnten die Astronomen bisher identifizieren. Ereignisse in dem Ausmaß, wie sie einst das Schicksal der Dinosaurier besiegelten, sind vielleicht einmal in 100 Millionen Jahren zu erwarten. Wäre ein Asteroid größer als 10 Kilometer, würde jedwedes Leben vernichtet.

Die Wahrscheinlichkeit eines fatalen Treffers ist dennoch gering, was natürlich nicht heisst, dass derlei Katastrophen auszuschließen sind. Immerhin näherte sich 1996 ein rund 500 Meter großer Asteroid der Erde bis auf 450.000 Kilometer Nähe. Von dort waren es gerade noch 70.000 Kilometer bis zum Mond. Für Warnungen, geschweige denn Abwehrmaßnahmen wäre es im Falle eines Falles viel zu spät gewesen. Die Astronomen entdeckten ihn nur vier Tage vor seinem Vorbeiflug.

Jährlich fallen etwa 20.000 Meteoriten auf die Erdoberfläche. Die meisten sind kaum größer als Kieselsteine, eine Vielzahl von erdgeschichtlich erhaltenen Kratern, wie beispielsweise dem Nördlinger Ries, zeigen aber, dass auch mit großen Ereignissen gerechnet werden muss. Am 30. Juni 1908 beobachteten Zeugen am Himmel über der sibirischen Tunguska Region einen blass-blauen Feuerball. Kurz darauf machte eine Druckwelle rund 2.000 Quadratkilometer Wald dem Erdboden gleich. Die Luftdruckschwankungen waren noch in England messbar. Heute geht man davon aus, dass es sich dabei um einen Asteroiden mit etwa 50 Metern Durchmesser handelte, der in 6.000 Metern Höhe explodierte.

Joachim Schüring und Lincoln Near-Earth Asteroid Research Program (LINEAR). Bild: NASA

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