Die chaotische Geburt eines schwarzen Lochs - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Die chaotische Geburt eines schwarzen Lochs

Der Tod massereicher Sterne verläuft wesentlich unruhiger als es Astronomen bislang annahmen. Daten des Nasa-Satelliten Swift zeigen, dass es bei solchen „Hypernovas“ nicht nur zu einer, sondern zu mehreren gewaltigen Explosionen innerhalb weniger Minuten kommt. Daran ist das gerade geborene Schwarze Loch im Inneren einer solchen Hypernova schuld, berichten Forscher um David Burrows von der Pennsylvania State University in der Zeitschrift Science (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1126/science.1116168).

Burrows und Kollegen untersuchten so genannte Gammablitze mit dem Satelliten Swift. Im Gegensatz zu Teleskopen am Boden ist Swift in der Lage, seine Instrumente binnen kürzester Zeit auf die Stelle am Himmel zu richten, an der ein Gammablitz registriert wurde. So kann er das „Nachglühen“ der Explosion in anderen Frequenzbereichen des elektromagnetischen Spektrums beobachten, vor allem im Röntgenbereich.

500 Sekunden nach einem 17-Sekunden dauernden Gammablitz am 2. Mai dieses Jahres entdeckten die Forscher eine Art Schluckauf in der Strahlung: Die Intensität der Röntgenstrahlung stieg mehrere Male plötzlich um das Hundertfache an.

Die Forscher interpretieren diese Ereignisse folgendermaßen: Das Schwarze Loch, das gerade im Innern der Hypernova entstanden war, begann sofort mit der Arbeit und saugte Materie in sich hinein, wobei große Mengen Energie freigesetzt wurden. Ein frisch geborenes kosmisches Monster befindet sich offenbar noch in einem etwas konfusen Zustand, denn es schleudert gleichzeitig Materie nach außen weg und heizt dadurch die Sternenexplosion mehrfach neu an. „Die Energie, die dabei frei wird, ist viel größer als alle dachten“, so Burrows. Das Forscherteam hat das Phänomen der Mehrfach-Explosion inzwischen bei mehr als einem Dutzend Gammablitzen beobachtet.

David Burrows et al.: „Bright X-ray Flares in Gamma-Ray Burst Afterglows“, Sciencexpress, 19. August 2005

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Ute Kehse
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