Die Erde erbebt im Sturm - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik Erde+Klima

Die Erde erbebt im Sturm

Hurrikane wirbeln nicht nur die Luft durcheinander, sie bringen auch den Erdboden in Wallung. Das belegen Messungen von Randall Peters von der Mercer University in Macon im US-Bundesstaat Georgia, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Im August 2004 strich der Hurrikan Charley über die Halbinsel Florida. Peters registrierte währenddessen die seismischen Wellen im Erdboden mit einem eigens von ihm konstruierten Seismografen. Das Gerät sei wesentlich empfindlicher für Erdbebenwellen mit geringer Frequenz als herkömmliche Seismografen, berichtet der Physiker.

Peters zufolge wirkte sich der Hurrikan auf mehrere Weisen auf den Erdboden aus. Zum einen veränderte sich das Hintergrundrauschen auf dem Seismogramm, als der Hurrikan auf das Land stieß und als er wieder abzog. Peters vermutet, dass der Sturm oberflächlich nicht spürbare Mikrobeben in der Erde auslöste. Während der Hurrikan über den Kontinentalschelf zog, registrierte der Seismograf ebenfalls eine Erschütterung. Peters vermutet, dass ein Unterwasser-Erdrutsch dieses Signal auslöste.

Außerdem brachte „Charley“ die Erdkruste regelrecht zum Schwingen, ähnlich wie eine Glocke. Wenn das Auge des Hurrikans mit seinem niedrigen Luftdruck auf die Grenze zwischen Land und Meer trifft, entstehe eine enorme Kraft, die den Erdboden zum Vibrieren bringt und so genannte Eigenschwingungen anregt, schreibt Peters. Solche langsamen Auf- und Ab-Bewegungen sind zwar schon nach großen Erdbeben beobachtet worden, aber bislang noch nicht nach einem Sturm.

Randall Peters, Mercer University:
„Hurricane Excitation of Earth Eigenmodes“, arXiv:physics/0506162 v1 20 Jun 2005

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Ute Kehse
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