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Astronomie+Physik

Die Erde mal 14

Bei der Suche nach Planeten außerhalb des Sonnensystems hat ein Team europäischer Astronomen einen neuen Rekord aufgestellt: Mit dem 3,6-Meter Teleskop der europäischen Südsternwarte in La Silla (Chile) entdeckten die Forscher einen Planeten, der nur 14mal so schwer ist wie die Erde und seinen Heimatstern μ-Arae im Sternbild Altar alle 9,5 Tage einmal umkreist.

Der neu entdeckte Planet hat etwa die gleiche Masse wie Uranus, der kleinste der vier Gasplaneten des Sonnensystems. Dennoch könnte es sich um einen erdähnlichen, vor allem aus Gestein bestehenden Planeten handeln, mutmaßen die Forscher um Nuno Santos von der Universität von Lissabon. Das vermuten sie, weil der Planet wesentlich näher an seinem Stern liegt als die Gasplaneten des Sonnensystems. Die Obergrenze für erdähnliche Planeten liegt etwa bei 14 Erdmassen, mutmaßen Astronomen. Zudem herrschen auch in unserem Sonnensystem große Massenunterschiede zwischen den vier terrestrischen Planeten: Die Erde wiegt 18-mal so viel wie der kleinste und leichteste Planet Merkur.

Leben dürfte auf der „Super-Erde“ von μ-Arae allerdings kaum existieren können, denn an seiner Oberfläche ist es vermutlich um 900 Grad Celsius warm. Dennoch ähnelt das μ-Arae-System dem Sonnensystem stärker als alle anderen bekannten Planetensysteme, schreiben die Forscher in einem Bericht, den sie bei der Fachzeitschrift Astronomy and Astrophysics eingereicht haben: μ-Arae selbst ist ein sonnenähnlicher, 50 Lichtjahre von der Erde entfernter Stern. Zu dem System gehört außerdem noch ein Riesenplanet von der Größe Jupiters, der in zweifachem Erdabstand um μ-Arae kreist. Noch weiter außen könnte sich ein weiterer Begleiter befinden.

Möglich wurde die Entdeckung durch den Harps-Spektrograf (High Accuracy Radial Velocity Planet Searcher), der von Planeten hervorgerufene Geschwindigkeitsänderungen mit hoher Präzision messen kann.

Ute Kehse
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