Die Erde singt im tiefsten Bass - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik Erde+Klima

Die Erde singt im tiefsten Bass

Winterstürme über dem Nordpazifik und dem Südatlantik lassen die Erde mit einer ganz tiefen Bassstimme summen. Die heftigen Luftströmungen erzeugen starke Wasserbewegungen, die einen Teil ihrer Energie auf den Meeresgrund übertragen und so den Erdboden in extrem langsame Schwingungen versetzen. Geologen rätseln bereits seit längerer Zeit über die Entstehung dieses Summens, dessen Frequenzen so niedrig sind, dass sie weit außerhalb des hörbaren Spektrums liegen. Die Entdeckung von Junkee Rhie und Barbara Romanowicz von der Universität von Kalifornien in Berkeley könnte der Debatte nun ein Ende bereiten. Die Forscher beschreiben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 431, S. 552).

Die Schwingungen des Erdsummens haben Frequenzen von 2 bis 5 Millihertz. Die Vibrationen, von denen jede mehrere Minuten dauert, sind extrem schwach und daher schwierig zu messen. Sie treten besonders ausgeprägt während der Monate Januar und Juli auf. Zu diesen Zeitpunkten erreicht der Winter auf der Nord- und der Südhalbkugel jeweils seinen Höhepunkt. Mittlerweile ist klar, dass die Schwingungen nicht auf Erdbeben oder tektonische Verschiebungen zurückzuführen sind. Was sie jedoch tatsächlich auslöst, war bislang nicht bekannt. Als mögliche Ursachen galten turbulente Strömungen in der Atmosphäre, wechselnder Luftdruck oder Vorgänge in den Ozeanen.

Wahrscheinlich ist nicht ein einzelner Faktor, sondern ein Zusammenspiel von Atmosphäre, Ozeanen und Erdboden der Grund für das Summen, legen jetzt die Ergebnisse von Rhie und Romanowicz nahe. Mithilfe ihrer Messungen gelang es den Forschern, den Ursprung der Januar- und Juli-Höhepunkte zu lokalisieren: Im Januar entstehen die Schwingungen vorwiegend im Nordpazifik und im Juli im Südatlantik. Während dieser Zeit müssen also große Mengen Energie vom Wasser auf den Ozeanboden übertragen werden, folgern die Wissenschaftler. Diese Energie stammt vermutlich aus den Luftströmungen, denn im Januar und im Juli finden die schwersten Stürme des Nord- und Südwinters über den Ozeanen statt.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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