Die Superuhr im Kosmos - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Die Superuhr im Kosmos

Ein ausgebrannter Stern im Sternbild Kleiner Löwe sendet regelmäßige Lichtpulse aus, deren Rhythmus stabiler ist als der Zeittakt einer Atomuhr. Über einen Zeitraum von knapp neun Millionen Jahren würden die Lichtpulse dieses so genannten Weißen Zwergs nur eine Sekunde abweichen. Das haben brasilianische und amerikanische Astronomen um Don Winget vom McDonald-Observatorium herausgefunden. Durch die Langzeitbeobachtungen des pulsierenden Sterns wollen die Forscher nun mehr über das Altern dieses Sternentyps herausfinden. Außerdem suchen sie nach Planeten im Umfeld des Sterns.

Ein Weißer Zwerg ist gewissermaßen ein Stern im Seniorenalter. Der Kernbrennstoff ist ausgegangen, und er glimmt klein und heiß ohne Energieressourcen über Milliarden von Jahren aus. Allerdings durchlaufen nur Sterne mit bis zum 1,4fachen der Sonnenmasse diese Entwicklung. Ist die Sternenmasse größer, wird der Himmelskörper zu einem Neutronenstern oder gar zu einem Schwarzen Loch.

Am McDonald-Observatorium beobachten schon mehrere Forschergenerationen seit 1974 den Weißen Zwerg G117 im Sternbild Kleiner Löwe. Über Jahre haben die Forscher das Pulsieren des Sterns verfolgt, das sich alle 215 Sekunden wiederholt. Da die Zeit unter allen physikalischen Größen am genauesten zu messen ist, konnten die Forscher kleinste Abweichungen in der Pulsdauer bestimmen. „Damit können wir die Sternentwicklung direkt messen“, sagt Winget. Da die Weißen Zwerge zu den ältesten Objekten in der Milchstraße zählen, hoffen die Forscher, auch mehr über die Entwicklung unserer Galaxis herauszufinden.

Auch potenzielle Planeten um den Weißen Zwerg könnten sich durch ein bestimmtes Muster in den Pulsen offenbaren. Da Zwergstern und Planet prinzipiell um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen, ist der Stern von der Erde aus gesehen abwechselnd näher und weiter entfernt. Daher würden die Ankunftszeiten der Lichtpulse auf der Erde periodisch variieren. Bislang können die Forscher allerdings nur mit Sicherheit sagen, dass der Weiße Zwerg keine Planeten von der Größe des Jupiters besitzt.

Pressemitteilung des McDonald-Observatoriums ( Universität von Texas, Austin) ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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