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Dinos mit gutem Riecher

Fleischfressende Dinosaurier konnten weitaus besser Gerüche wahrnehmen, als bisher bekannt war. Das schließen kanadische Forscher aus Form und Größe der Riechkolben verschiedener fleischfressender Dinosaurierarten. Der Riechkolben befindet sich im vorderen Teil des Gehirns, direkt hinter der Nase, und verarbeitet Gerüche. Da das Gehirn der ausgestorbenen Spezies nicht erhalten blieb, analysierten die Forscher die Abdrücke der unterschiedlichen Gehirnregionen auf den Schädelknochen. Die feinste Nase hatte demnach der vermutlich berühmteste Dinosaurier ? der Tyrannosaurus rex.

Mit Hilfe der Computertomographie untersuchten die Forscher fossile Schädelknochen verschiedener fleischfressender Dinosaurier. So konnten sie die Lage und die Dimensionen der unterschiedlichen Gehirnregionen abschätzen. Dabei stellte sich heraus, dass das Geruchszentrum mehr Platz einnahm als bisher vermutet und somit wohl auch deutlich leistungsfähiger war. Besonders gut ausgestattet war Tyrannosaurus rex, zeigte die Auswertung.

Das bis zu sieben Tonnen schwere und 15 Meter lange Tier gehörte zur Gruppe der Echsenbeckendinosaurier und galt lange Zeit als furchterregender Räuber. In den vergangenen Jahren häuften sich jedoch Hinweise darauf, dass der Dinosaurier möglicherweise ein reiner Aasfresser war. Die neuen Ergebnisse sprächen nun allerdings gegen diese Theorie, schreiben die Forscher. Denn auch heute lebende Vögel und Säugetiere, die einen fleischhaltigen Speiseplan bevorzugen, verfügen über stark ausgeprägte Geruchszentren in ihren Gehirnen. Beide Tierklassen verwenden ihren guten Geruchssinn sowohl für das Aufspüren von Beute als auch zur Orientierung und bei der Partnerwahl. Dabei verfügen besonders jene Tierarten über ausgeprägte Riechkolben, die große Gebiete durchstreifen. Daher nehmen die Forscher an, dass auch Tyrannosaurus rex ein aktiver Jäger war und sich vor allem in der Dämmerung auf seine gute Nase verließ.

Nach den Messungen der Forscher besaß interessanterweise auch Archaeopteryx, der von kleinen fleischfressenden Dinosauriern abstammende Urvogel, einen ausgeprägten Riechkolben. Heute lebende Vögel nutzen bei der Nahrungssuche hingegen hauptsächlich ihren Sehsinn und haben im Allgemeinen einen weniger stark ausgeprägten Geruchssinn. Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, dass bereits Archaeopteryx einen derartig verkümmerten Geruchssinn besaß. Doch nach den neuen Ergebnissen scheint sich die Spezialisierung auf die visuelle Wahrnehmung erst bei den Nachfahren von Archaeopteryx durchgesetzt zu haben, schließen die Forscher.

Darla Zelenitsky (Universität von Calgary in Alberta, Kanada) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2008.1075 ddp/wissenschaft.de ? Stefan Pröll
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