Dreimal mehr Sterne - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Dreimal mehr Sterne

Im Universum gibt es vermutlich dreimal so viele Sterne wie bisher angenommen, hat ein US-Astronomen-Duo entdeckt: Vor allem in sehr alten Galaxien verbergen sich viele bisher übersehene schwach leuchtende Sterne, sogenannte Rote Zwerge. Sie besitzen nur 10 bis 20 Prozent der Masse unserer Sonne und leuchten matt, dadurch wurden bisher nur relative nahe Rote Zwerge entdeckt. Mit Hilfe der leistungsstarken Technik des Keck-Observatoriums auf Hawaii haben die Astronomen jetzt allerdings in acht Nachbargalaxien unserer Milchstraße diese Himmelskörper aufgestöbert ? und zwar so viele, dass das Universum nach Einschätzung der Forscher offenbar insgesamt viel dichter mit Sternen bestückt ist als bisher angenommen.

Mit neuesten Methoden der Astronomie gelang es den Wissenschaftlern, das Licht der hellen Sterne bei ihren Beobachtungen herauszufiltern und so einen ganzen Sternenhimmel von Roten Zwergen sichtbar zu machen. Die acht untersuchten Galaxien sind zwischen 50 und 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und gehören zu den sogenannten elliptischen Galaxien. Sie haben im Gegensatz zu unserer spiralförmigen Milchstraße einen eher kugelförmigen Aufbau und sind sehr alt. Offenbar besitzen diese Systeme auch wesentlich mehr Rote Zwerge als die Milchstraße, denn die Forscher fanden in den elliptischen Nachbargalaxien etwa 20-mal mehr dieser Himmelskörper als in unserer Galaxie. Die Entdeckung könnte auch große Bedeutung für das Verständnis der Entwicklung und des Aufbaus von Galaxien haben, sagen die Wissenschaftler.

Durch die neuen Erkenntnisse erhöhe sich nicht nur die Gesamtzahl der Sterne, sondern gleichzeitig wohl auch die der Planeten im Weltall. Vermutlich besitzen nämlich viele Rote Zwerge ein Planetensystem. Einige der Planeten könnten dabei durchaus auch ähnliche Eigenschaften wie die Erde aufweisen. So haben Wissenschaftler erst kürzlich im Orbit des Roten Zwergs Gliese 581 einen Planeten entdeckt, der die Voraussetzungen für Leben erfüllen könnte. „Es gibt möglicherweise Billionen von ‚Erden‘, die diese Sterne umkreisen“, resümiert Dokkum diesen Aspekt der Studienergebnisse.

Pieter van Dokkum (Yale University in New Haven)und Charlie Conroy (Harvard University in Cambridge): Nature, 10.1038/nature09578 dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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