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Astronomie+Physik

Ein kleiner Bruder fürs Sonnensystem

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Das Planetensystem um Epsilon Eridani hat Ähnlichkeit mit unserem Sonnensystem, als dieses noch jung war.
US-Forscher haben einen jüngeren Zwilling unseres Sonnensystems entdeckt: Das nur etwa 10,5 Lichtjahre entfernte Planetensystem um den noch jungen Stern Epsilon Eridani scheint genauso aufgebaut zu sein, wie es das Sonnensystem in seiner Jugend war. Es besitzt einen Asteroidengürtel in etwa dem gleichen Abstand vom Mutterstern wie das Sonnensystem, bei dem ein Ring aus Gesteinsbrocken zwischen Mars und Jupiter liegt. Außerdem verfügt es über einen breiten Gürtel aus Eispartikeln, der dem Kuiper-Gürtel jenseits des Neptuns ähnelt. Dazwischen wird Epsilon Eridani allerdings im Gegensatz zum Sonnensystem von einem weiteren Gesteinsring umkreist. Die Form und Anordnung der drei Ringe von Epsilon Eridani kommt vermutlich durch die Gravitation verschiedener Planeten zustande, die bislang allerdings noch nicht lokalisiert werden konnten.

Epsilon Eridani ist von der Sonne aus gesehen der neuntnächste Stern. Er ist mit einem Alter von ungefähr 850 Millionen Jahren nicht nur jünger, sondern auch ein wenig kleiner und kühler als unser Zentralgestirn. Dank der geringen Entfernung von nur 10,5 Lichtjahren ist Epsilon Eridani von der Erde aus sogar mit bloßem Auge sichtbar. Die Wissenschaftler benutzten für die genauere Erkundung nun jedoch das Spitzer-Weltraumteleskop der NASA. Dabei entdeckten sie die drei Ringe, die den Stern umgeben: zwei Asteroidengürtel und einen Eisring.

Der innere Asteroidengürtel ist mit dem zwischen Mars und Jupiter vergleichbar. Beide enthalten etwa ein Zwanzigstel der Masse des Erdmondes und sind ungefähr dreimal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Epsilon Eridanis äußerer Asteroidengürtel ist hingegen etwa so schwer wie der Erdmond und zwanzigmal so weit von seinem Mutterstern entfernt wie die Erde von der Sonne. Dies ist vergleichbar mit der Position von Uranus in unserem Sonnensystem. Der dritte Ring besteht aus eisigem Material und ist 35- bis 100-mal so weit von Epsilon Eridani entfernt wie die Erde von der Sonne. Dieser Ring ähnelt dem Kuiper-Gürtel in unserem Sonnensystem, wenngleich er etwa 100-mal mehr Material enthält als der Kuiper-Gürtel. Berechnungen zufolge beinhaltete jedoch auch Kuiper-Gürtel diese Masse, als die Sonne etwa 850 Millionen Jahre alt war, und hat seitdem an Masse verloren.

Das Epsilon-Eridani-System hat so vieles mit unserem Sonnensystem gemeinsam, als dieses noch in den Kinderschuhen steckte, dass es sich auch ähnlich entwickeln wird, vermuten die Forscher. Die beste Erklärung für die Abstände zwischen den drei Ringen sei der Einfluss der Gravitationswirkung verschiedener Planeten, sagt Studienleiter Massimo Marengo. Dabei kommen drei Planten infrage, deren Masse zwischen der von Neptun und Jupiter liegt. Einer davon wurde bereits in der Nähe des inneren Asteroidengürtels ausfindig gemacht. Ein zweiter Planet müsste sich in der Nähe des zweiten Gürtels verstecken und der dritte müsste dementsprechend nah beim äußeren Eisring zu finden sein.

Mitteilung des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge ddp/wissenschaft.de ? Sonja Römer
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