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Astronomie+Physik

Ein merkwürdiges Paar

Eine doppelte Sternenleiche gibt Astronomen Rätsel auf: Messungen des Röntgenteleskops Chandra scheinen zu belegen, dass es sich bei der leuchtenden Struktur mit dem Namen DEM L316 um Überreste von zwei Supernovae handelt. Doch wieso explodierten zwei völlig unterschiedliche Sterne zur gleichen Zeit am gleichen Ort? fragt sich die Astronomin Rosa Williams von der University of Illinois in Urbana-Champaign.

„So ein Ereignis ist sehr unwahrscheinlich“, sagte die Forscherin dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. „Aber an dieser Stelle wird es auch interessant.“ Die neuen Chandra-Daten bestätigten frühere Messungen, denen zufolge der untere rechte Teil der Struktur wesentlich weniger Eisen enthält als der linke, obere Teil. Der an Eisen arme Teil ist wahrscheinlich der Supernova-Rest eines massiven Sterns mit etwa zehn Sonnenmassen. Als er explodierte, sprengte er die äußere Hülle ab, die relativ wenig Eisen enthielt. Der an Eisen reiche linke Teil der Struktur dürfte dagegen von einem weißen Zwerg stammen, der Material von einem Begleiter stahl und explodierte, als er ein Gewicht von mehr als 1,4 Sonnenmassen überschritt.

Geschwindigkeitsmessungen deuten darauf hin, dass die beiden Sternenleichen sich tatsächlich am gleichen Ort befinden, schreibt Williams in einem Artikel, der demnächst in der Zeitschrift „Astrophysical Journal“ erscheint. Die Ursache für dieses merkwürige Zusammentreffen ist allerdings nach wie vor unklar. „Wenn die beiden gleichzeitig geboren wurden, dann können sie unmöglich auch gleichzeitig gestorben sein“, sagt Williams. Denn schwere Sterne leben nur wenige Millionen Jahre, während ein weißer Zwerg sich erst nach einigen Milliarden Jahren aus einem sonnenähnlichen Stern bildet.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die beiden Sternenleichen gerade kollidieren. „In diesem Fall müsste sich dichtes, neutrales Wasserstoffgas an der Grenze auftürmen“, sagt Williams. Teleskope, die neutralen Wasserstoff identifizieren können, haben aber derzeit nicht die nötige Auflösung, um das Gas in einer Entfernung von 160.000 Lichtjahren in der Großen Magellanschen Wolke auszumachen.

Ute Kehse
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