Eisgekühlte Einschlagsspuren - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Astronomie+Physik Erde+Klima

Eisgekühlte Einschlagsspuren

Im Jahr 1443 schlug ein Meteorit vor der Küste Neuseelands ein, riss einen 24 Kilometer großen Krater in den Meeresboden und schleuderte Trümmer in die Luft, die 4000 Kilometer weit bis in die Antarktis flogen. Das schließen Forscher um Dallas Abbott vom Lamont Doherty Earth Observatory im US-Bundesstaat New York aus der Analyse eines antarktischen Eiskerns.

Abbott hatte den Mahuika-Krater, der südlich von Neuseeland liegt, bereits vergangenes Jahr während einer Schiffsexpedition untersucht. Aus Glaskügelchen, die auf dem Meeresboden lagen und die durch die Hitze des Aufpralls entstanden sein müssen, schloss die Forscherin, dass der Einschlag nicht länger als 500 Jahre her sein kann.

Dieser Zeitpunkt deckte sich etwa mit Tsunami-Ablagerungen in Süd-Australien. Der australische Forscher Ted Bryant von der Wollogong University vermutete, dass die Ablagerungen, die 130 Meter über dem Meeresspiegel liegen, von einem gewaltigen Tsunami stammen, den der Einschlag verursacht hatte. Andere Forscher zweifelten die Datierungen jedoch an.

Auf der Tagung der American Geophysical Union in San Francisco berichtete Abbott nun, dass sich auch in der Antarktis Spuren eines Meteoriteneinschlags finden. Die Forscher analysierten acht Proben aus einem Eiskern, die aus den Jahren 1440 bis 1448 nach Christus stammen. Die Probe von 1443 enthielt extrem viel Kalzium, außerdem entdeckten die Forscher fünf teilweise deformierte Fossilien von marinen Kalkalgen, außerdem winzige Teilchen des Minerals Magnetit sowie Feldspat. Die gefundenen Minerale sind einerseits charakteristisch für einen Meteoriteneinschlag, außerdem passen die Fossilien und der hohe Kalkgehalt zu den Schichten im Meeresboden, in die der Bolide einschlug.

Abbott schließt daraus, dass der Mahuika-Krater exakt im Jahr 1443 entstand. Die australischen Tsunami-Ablagerungen sind Datierungen zufolge um 1450 entstanden, plus oder minus 50 Jahre.

Anzeige

Ute Kehse
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Lip|pen|bär  〈m. 16; Zool.〉 Bär Vorderindiens u. Sri Lankas, der bei der Nahrungsaufnahme (Insekten, Honig) seine Schnauze rüsselförmig vorstülpen kann u. seine Zunge als Saugstempel benutzt: Melursus ursinus

Gän|se|blu|me  〈f. 19; Bot.〉 = Margerite

vu|o|ta  〈[vu–] Mus.〉 auf der leeren Saite, ohne Fingerberührung des Griffbretts (zu spielen) [ital., ”leer“]

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige