Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Astronomie|Physik

Enceladus' Atem

enceladus_s_dpol.jpg
Enceladus Gasfontänen waren teilweise 20-mal dichter als erwartet. Bei Cassinis Instrumenten traf dadurch weniger Licht vom Stern zeta Orionis ein. (c) NASA/JPL/University of Colorado
Am Südpol des Saturnmondes Enceladus entweicht ein Gemisch aus Wasserdampf, Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und komplexen organischen Verbindungen ins All. Das zeigt eine erste Analyse der Daten des Massenspektrometers der Raumsonde Cassini, die sich dem Südpol des Mondes am 12. März bis auf 48 Kilometer näherte. Die Zusammensetzung des organischen Gebräus ähnele dem Schweif eines Kometen, gaben die Raumfahrtagenturen Nasa und Esa jetzt bekannt.

„Es ist völlig unerwartet, dass die Chemie von Enceladus ? das, was von innen herauskommt ? einem Kometen ähnelt“, sagt Hunter Waite, Projektleiter für das Massenspektrometer beim Southwest Research Institute in San Antonio. „Das wirft alle möglichen Fragen über die Entstehung des Saturnsystems auf.“ Kometen gelten als die primitivsten Mitglieder des Sonnensystems, weil sie sich seit dessen Entstehung vor 4,5 Milliarden Jahren kaum erwärmt haben. Womöglich ist in einigen von ihnen fast unverändertes Baumaterial aus dem solaren Urnebel zu finden.

Enceladus dürfte eine völlig andere Entstehungsgeschichte haben: Er besteht zwar auch überwiegend aus Eis. Allerdings ballte sich das Baumaterial unter Einwirkung der eigenen Schwerkraft zu einer Kugel zusammen und erwärmte sich wahrscheinlich dabei.

Auch heute noch gibt es im Inneren von Enceladus eine Wärmequelle. Die Cassini-Daten zeigen, dass die parallel verlaufenden „Tigerstreifen“ am Südpol des Mondes bis zu minus 93 Grad Celsius warm sind, fast hundert Grad wärmer als die übrige Oberfläche. Bei den „Tigerstreifen“ handelt es sich um 150 Kilometer lange Spalten, aus denen die Gase quellen. Auf den neuen Aufnahmen des Cassini-Infrarot-Spektrometers sind die Streifen in hoher Auflösung zu erkennen. Gleichzeitig hat der Vorbeiflug gezeigt, dass es vier einzelne Quellen für Enceladus‘ Gasfahne gibt, die sich in größerer Entfernung zu einer einzigen Wolke vereinigen.

Die neuen Messungen zeigen, dass auf dem kleinen Saturnmond einige der nötigen Zutaten für die Entstehung von Leben vorhanden sind: „Enceladus hat Wärme, Wasser und organische Chemikalien“, sagt Dennis Matson vom Jet Propulsion Laboratory. „Was für das Rezept des Lebens noch fehlt, ist der Nachweis von flüssigem Wasser.“ Das Lebenselixier könnte sich aber näher an der Oberfläche befinden als bislang vermutet, glaubt John Spencer vom Southwest Research Institute in Colorado: „Die überraschend hohen Temperaturen deuten darauf hin, dass es in nicht allzu großen Tiefen flüssiges Wasser gibt.“

Anzeige
Mitteilung der Nasa/ESA Ute Kehse
Anzeige
Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

flü|gel|los  〈Adj.〉 ohne Flügel (Insekten)

Ne|o|pren®  auch:  Ne|op|ren®  〈n.; –s; unz.〉 ein synthet. Kautschuk mit hoher Beständigkeit gegen chem. Beanspruchungen, wird für Dichtungen, Keilriemen, Schläuche, Schwimm– u. Tauchanzüge verwendet (~anzug) … mehr

apla|na|tisch  〈Adj.; Opt.〉 auf dem Aplanat beruhend

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]