Exotische Himmelskörper - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Exotische Himmelskörper

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Diese Grafik stellt den jupiterähnlichen Planeten WASP-12b vor seinem Zentralgestirn dar. Foto: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC)
Planetenjäger haben einen unerwartet kohlenstoffreichen Exoplaneten entdeckt, der die Existenz von lebensfreundlichen Himmelskörpern mit diamantenen Oberflächen denkbar macht. Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Sauerstoff in der Atmosphäre des Planeten WASP-12b beträgt mindestens eins zu eins, ergaben die Analysen des Lichts, das der heiße Himmelskörper aussendet. In unserem Sonnensystem sei dieser hohe Wert nicht zu finden – die Sonne hat beispielsweise nur einen entsprechenden Verhältniswert von 0,54, sie enthält also fast doppelt so viel Sauerstoff wie Kohlenstoff. Diese Entdeckung lege nahe, dass es Gesteinsplaneten ähnlich wie die Erde geben könnte, bei denen die Felsen jedoch nicht aus Silikaten, sondern aus Diamant oder Graphit bestehen, sagen die Forscher.

Der Planet WASP-12b hat den Berechnungen der Forscher zufolge etwa die 1,4-fache Masse des Jupiter und ist ungefähr 1.200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er ist einer der heißesten Exoplaneten, die jemals entdeckt wurden, denn er umkreist sein Zentralgestirn in einer Entfernung, die nur ein Vierzigstel des Abstandes zwischen Erde und Sonne beträgt. Das heizt seine Oberfläche auf über 2.200 Grad Celsius auf, erläutern die Forscher. Die Strahlung, die der heiße Planet abgibt, offenbarte diese Temperaturverhältnisse und gleichzeitig auch seine chemische Zusammensetzung.

Mit diesen Eigenschaften gehört WASP-12b zur Kategorie von Exoplaneten, die als „heiße Jupiter“ bezeichnet werden. Er bestehe weitestgehend aus Gas und hat keine Oberfläche, auf der Leben existieren könnte, sagen die Forscher. Seine kohlenstoffreiche Zusammensetzung könnte aber ein Hinweis sein, dass eine bisher unbekannte Kategorie exotischer Exoplaneten existiert, vielleicht sogar als bisher unbekannte Nachbarplaneten von WASP-12b: Himmelskörper in der Größenordnung der Erde, allerdings reich an Kohlenstoff und mit einer entsprechend exotischen Oberfläche. Madhusudhan spekuliert sogar über mögliches Leben auf solchen Planeten: „Es könnte durchaus Lebensformen geben, die mit wenig Wasser und Sauerstoff auskommen und dafür Methan tolerieren.“

Nikku Madhusudhan (Massachusetts Institute of Technology) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nature09602 dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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