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Forscher: Massensterben in der Erdgeschichte nicht echt

Der katastrophale Massentod der Dinosaurier und andere Massensterben der Erdgeschichte fanden möglicherweise gar nicht statt. Diese These vertreten Shanan Peters und Michael Foote von der University of Chicago im Fachblatt Nature (Bd. 416, S. 420).

Die beiden Forscher glauben, dass die unregelmäßige Ablagerung von Gesteinen manchmal Sprünge in der fossilen Überlieferung erzeugt, die wie ein Massensterben aussehen: Wenn während des geologischen Zeitalters A besonders viel Gestein abgelagert wird und im folgenden Zeitalter B sehr wenig, dann scheinen an der Grenze von A zu B viele Lebewesen auszusterben – einfach, weil während des Zeitalters B viel weniger Arten fossil erhalten blieben.

Um ihre Hypothese zu testen, stellten die Forscher ein statistisches Modell auf, mit dem sie die scheinbare Aussterberate aus der Menge bekannter Gesteinsformationen berechneten. Dabei gingen sie davon aus, dass es während der letzten 543 Millionen Jahre keine katastrophalen Massensterben gab. In einem Beispiel nahmen sie sogar an, dass der Anteil der Lebewesen, der pro Million Jahre von der Erde verschwand, zu allen Zeiten gleich war. Die Aussterberate, die das Modell vorhersagte, glich der beobachteten Aussterberate erstaunlich gut.

Das bedeute, dass zumindest ein Teil der Massensterben nicht echt sei und lediglich auf unvollständiger fossiler Überlieferung beruhe. Dennoch vermuten die Forscher, dass es einige wenige Aussterbeereignisse wirklich gab: „Es mag sich herausstellen, dass manche dieser Episoden zu einschneidend waren, um völlig als Artefakt erklärt werden zu können.“ Ihre Methode könne jedoch dazu dienen, echte Katastrophen von falschen zu unterscheiden.

Ute Kehse
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