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Forscher rekonstruieren historisches Seebeben

Ein Bericht über den Schiffbruch eines japanischen Schiffes gibt Hinweise auf ein Erdbeben im Jahr 1700. Bereits seit etwa 20 Jahren vermuten Geologen, dass sich im Januar dieses Jahres vor der Küste des heutigen US-Bundesstaates Washington ein Erdbeben ereignete. Doch der japanische Bericht ist bislang der einzige, der ein Ereignis auf See beschreibt. Das erklärte ein amerikanischer Geologe auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft in Seattle.

Das Frachtschiff war 26. Januar 1700 beladen worden. Der Frachter war entlang der japanischen Küste unterwegs, um seine Reisladung auf den Weg ins heutige Tokio zu bringen, als er zwei Tage später von einem Tsunami überrascht wurde. Die durch ein Seebeben ausgelösten meterhohen Wellen verhinderten, dass das Schiff den Fluss ansteuern konnte, wo die Ladung auf Ruderboote umgeladen werden sollte. Als die Wellen abflauten, kam ein Sturm auf, der das Schiff schließlich in die Felsen vor der Küste trieb. Zwei Seeleute starben.

Die ausführlichen Schilderungen stammen von einer ortsansässigen Familie, die zwischen 1670 und 1832 mehr als 131 Berichte von Schiffbrüchen gesammelt hatte. Der Bericht deckt sich mit anderen Aufzeichnungen, die auf einen Tsunami Ende Januar 1700 hindeuten.

„Das Schiff blieb den ganzen Tag vor der Küste“, erläuterte Brian Atwater von der Universität Washington. „Es scheint, dass sich die hohen Wellen mindestens 18 Stunden hielten.“ Dies sei ein weiterer Hinweis darauf, dass das ursächliche Erdbeben sehr stark war. Atwater rechnete mit einer Erdbebenstärke von etwa 9.0 auf der Richterskala. Das ist vergleichbar mit den stärksten Erdbeben des vergangenen Jahrhunderts.

ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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