Forscher: Serie von Katastrophen löste Perm-Trias-Sterben aus - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik Erde+Klima

Forscher: Serie von Katastrophen löste Perm-Trias-Sterben aus

Eine Kombination von Katastrophen löschte das Leben auf der Erde vor 250 Millionen Jahren fast komplett aus. Zu dieser Überzeugung kommt Robert Berner von der Yale University im US-Bundesstaat Conneticut, nachdem er untersucht hat, welche Auswirkungen verschiedene Szenarien auf den globalen Kohlenstoff-Haushalt gehabt hätten.

Wie Berner im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Bd. 99, S. 4172) schreibt, gilt es als sicher, dass in den Weltmeeren an der Grenze zwischen den Erdzeitaltern Perm und Trias plötzlich besonders viel leichter Kohlenstoff mit der Massenzahl 12 abgelagert wurde. Berner versuchte nun, diesen Abfall zu reproduzieren. Er stellte fest, dass keines der untersuchten Szenarien allein die Daten reproduzieren konnte.

Die Freisetzung großer Mengen Methanhydrat aus dem Meeresboden könnte zwar ausreichend leichten Kohlenstoff in Umlauf gebracht haben. Die resultierende erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre hätte aber nicht ausgereicht, um einen tödlichen Treibhauseffekt auslösen zu können. Die Vulkane in Sibirien, die zur Zeit der Katastrophe aktiv waren, hätten nach Berechnung von Berner kaum die erforderliche Menge Kohlenstoff ausstoßen können. Auch das plötzliche Massensterben allein, bei dem große Mengen verrottender Materie zu Kohlendioxid oxidiert wurden, kann nicht die erforderliche Menge leichten Kohlenstoff produziert haben.

Berner stellte fest, dass sich der beobachtete Verlauf der Kohlenstoff-Isotope C12 und C13 am besten reproduzieren lässt, wenn man eine Kombination von Ereignissen annimmt. So könnte der Einschlag eines Asteroiden oder auch eine nahe Supernova-Explosion ein Massensterben ausgelöst haben. Die Druckwelle, die bei einem solchen Ereignis auftritt, hätte demnach die Methanhydrat-Vorkommen aufgelöst und möglicherweise auch die Vulkanausbrüche entfacht. Nach dieser Katastrophen-Serie organisierte sich der Kohlenstoff-Kreislauf auf der Erde neu, so Berner. Während im Perm viele Kohle-Vorkommen an Land entstanden, verlagerte sich die Ablagerung organischer Materie in der nachfolgenden Trias ins Meer. Dabei entstanden viele sauerstoffarme Meeresbereiche. Der Sauerstoff-Gehalt der Atmosphäre nahm ebenfalls langfristig ab, während die CO2-Konzentration in der Atmosphäre anstieg.

Ute Kehse
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