Frühreife Dinos - wissenschaft.de
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Frühreife Dinos

Die Dinosaurier waren schon geschlechtsreif, bevor sie ihre volle Körpergröße erreicht hatten: Sie begannen sozusagen als Jugendliche, sich zu paaren und auch Brutpflege zu betreiben, haben amerikanische Paläontologen herausgefunden. Damit ähnelt der körperliche Reifungsprozess dem der Krokodile und unterscheidet sich deutlich von dem der Vögel, die als heute noch lebende Vertreter der Dinosaurier gelten. Die meisten Vögel sind bereits mehrere Jahre ausgewachsen, bevor sie sich zum ersten Mal paaren.

Die Forscher untersuchten die fossilen Überreste von sieben Dinosauriern aus dem heutigen China und Nordamerika, die entweder in einer typischen Bruthaltung oder mitsamt ihrem Gelege aufgefunden worden waren. Aus den versteinerten Knochen bestimmten die Wissenschaftler das Alter der Tiere zum Zeitpunkt ihres Todes. Dazu nutzten sie Wachstumsstrukturen im Knochengewebe, an denen sich das Alter der Tiere ganz ähnlich ablesen lässt wie das Alter eines Baumes an den Jahresringen. Die Dinosaurier waren 6 bis 18 Jahre alt, und zumindest zwei von ihnen waren noch mitten im Wachstum, ergab die Auswertung.

Die Forscher schließen daraus, dass die Dinosaurier mit dem Erreichen der vollen Körpergröße schon geschlechtsreif waren. Dies trifft auch heute noch für die vom Dinosaurierstammbaum abgehenden Reptilienlinien der Krokodile und der Schuppenkriechtiere zu, zu denen etwa Eidechsen und Schlangen gehören. In der Entwicklungslinie, aus der später die Vögel hervorgingen, verschob sich die Geschlechtsreife dagegen immer weiter nach hinten. Studienleiter Gregory Erickson vermutet, dass diese Tiere zunächst die meiste Energie in das Wachstum steckten, etwa um sich Angreifern durch Flucht zu erwehren. Heutige Vögel erreichen folglich ihre Erwachsenengröße bereits in wenigen Wochen. Erst danach investiert der Vogelorganismus neue Energien für Paarung und Aufzucht der Jungen.

Gregory Erickson ( University of Florida, Tallahassee) et al.: Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0254 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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