Galaktische Genesis im Blick - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Galaktische Genesis im Blick

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Die Milchstraße über dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) (Foto: ESO/Y.Beletsky)
Gigantische Strukturen im Kosmos sind die Heimat der Sterne: Galaxien. Neue Forschungsergebnisse werfen nun mehr Licht auf die Entstehungsprozesse der Milchstraße und ihrer Geschwister. Dabei zeichnet sich auch die Rolle der mysteriösen Dunklen Materie immer deutlicher ab. Über die neuen Erkenntnisse zur galaktischen Genesis berichtet bdw-Astroexperte Rüdiger Vaas im Titelthema der Juli-Ausgabe von bild der wissenschaft.

Bisherige Annahmen zu der Entstehungsgeschichte und Entwicklung von Galaxien sind momentan im Wandel, berichtet Vaas: Hochempfindliche Beobachtungen in diversen Wellenlängenbereichen des elektromagnetischen Spektrums, aufwendige Computersimulationen auf verschiedenen Größenskalen sowie neue theoretische Ideen und Modelle krempeln die Erklärungen um. „Wir sind von den ­alten Modellen abgekommen und haben ­eine neue Ebene des Verständnisses erreicht“, sagt Andreas Burkert von der Universitätssternwarte München.

Turbulenzen, Kannibalismus und dunkle Kräfte

Es zeichnet sich unter anderem ab: Etwa 800 Millionen Jahre nach dem Urknall versammelten sich Sterne bereits zu großen Gruppen – Urgalaxien, das belegen Aufnahmen mit sehr empfindlichen Teleskopen. Rüdiger Vaas erklärt, wie man sich aktuell vorstellt, wie es zu den Verdichtungen in Gasströmen entlang des kosmischen Netzwerks kommt. Deutlich wird auch: Galaxien wachsen von innen nach außen und verschlingen später ­kleinere Galaxien in ihrer Umgebung. Computersimulationen legen nahe, dass Galaxien wie die Milchstraße bis zu 80 Prozent und mehr ihrer Masse durch „Kannibalismus“ zusammengetragen haben. Wie Vaas berichtet, wird nun außerdem zunehmend klar, welche große Rolle bei der Galaxienentstehung die Dunkle Materie spielt, die nicht der elektromagnetischen Kraft unterliegt und sich nur durch die Auswirkung ihrer Schwerkraft zeigt.

Im zweiten Teil des Titelthemas der bdw-Juli-Ausgabe rückt unsere kosmische Nachbarschaft ins Zentrum: Astronomen haben die Entfernung und Bewegung von rund 800 Galaxien in einer ­Umgebung von 30 Millionen Lichtjahren ­vermessen. Es handelt sich dabei um kosmische Kartografie in vier Dimensionen, denn auch die zeitlichen Veränderungen werden erfasst. Eine zentrale Erkenntnis aus den Daten ist, dass die rätselhafte Dunkle Energie bereits im Umkreis von gut drei Millionen Lichtjahren den Weltraum immer schneller auseinandertreibt.

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Die detaillierten Beschreibungen zu den neusten Entwicklungen im Forschungsbereich der galaktischen Genesis finden Sie in der Juli-Ausgabe von bild der wissenschaft, die ab Dienstag, dem 21. Juni 2016, im Handel erhältlich ist . Teil des Titelthemas ist auch ein Quiz, bei dem Sie ihr Astro-Wissen testen und Preise gewinnen können.

© wissenschaft.de
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