Gase aus grauer Vorzeit - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Gase aus grauer Vorzeit

Astronomen haben 12,9 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ein mysteriöses, riesiges Objekt aus der Frühzeit des Universums entdeckt. Es handelt sich um eine Ansammlung von Gas, aus der einmal eine Galaxie entstehen könnte. Mit einem Durchmesser von 55.000 Lichtjahren ist das Objekt etwa halb so groß wie unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße. Worum es sich bei dem Objekt genau handelt und woraus es besteht, wissen die Forscher um Masami Ouchi von der Carnegie Institution in Washington jedoch noch nicht.

Das gigantische Objekt stammt aus einer Zeit, als das Universum erst 800.000 Jahre alt war. Es ist so weit von unserem Sonnensystem entfernt, dass das Licht knapp 13 Milliarden Jahre benötigte, um von dort zur Erde zu gelangen. Entsprechend schwach waren die Signale, die Ouchi und sein Team empfangen konnten. Zunächst glaubten die Forscher daher lediglich an ein Störsignal, das die Messung ihrer Teleskope beeinträchtigte. Doch das Spektrum zeigte deutlich die Signatur von Wasserstoff und lieferte den Forschern den Hinweis auf die enorme Entfernung des Objekts.

Woraus der mysteriöse Himmelskörper jedoch besteht, können die Forscher noch nicht sagen. Es könnte sich um Gase handeln, die aus einem schwarzen Loch Energie beziehen, um die Spuren einer Kollision zweier Galaxien oder um eine einzelne Supergalaxie, die 40 Milliarden Mal so schwer ist wie unsere Sonne. „Ich konnte mir niemals vorstellen, dass ein solches großes Objekt zu einem so frühen Zeitpunkt der Geschichte des Universums entstehen konnte“, kommentiert Ouchi.

Den mysteriösen Himmelskörper ordnen die Forscher den sogenannten „Lyman-Alpha blobs“ zu. Das sind Objekte, die ein charakteristisches Lichtspektrum aussenden. Mit Durchmessern von bis über 400.000 Lichtjahren gehören sie zu den größten bekannten Himmelskörpern. Die bisher bekannten „blobs“ sind wesentlich älter und stammen aus einer Zeit, als das Weltall zwei bis drei Milliarden Jahre alt war.

Masami Ouchi (Carnegie Institution, Washington) et al.: Astrophysical Journal, Bd. 697, Nr. 2, S. 1164, doi: 10.1088/0004-637X/696/2/1164 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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