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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Gefrorenes Methanhydrat im Meeresboden ist unstabiler als gedacht

Von dem in riesigen Mengen im Meeresboden lagernden Methanhydrat könnte sich ein weit größerer Teil als bislang gedacht schon bei kleinen Umweltveränderungen auflösen. Das berichtet ein amerikanisch-kanadisches Forscherteam im Fachblatt Nature (Bd. 420, S. 666).

Warren Wood vom U.S. Naval Research Laboratory und seine kanadischen Kollegen hatten den Meeresboden vor der Westküste Kanadas mit besonders genauen seismischen Messungen durchleuchtet. Dabei stellten sie fest, dass die untere Grenze der methanhydrathaltigen Zone keine glatte Fläche, sondern überraschend rauh ist.

Der eisförmige Stoff Methanhydrat, eine so genannte Käfigverbindung aus aus Wasser und dem Treibhausgas Methan, ist bei hohem Druck und niedrigen Temperaturen stabil. Am Meeresboden sind solche Bedingungen ab etwa 300 Metern Tiefe gegeben. Das eisförmige Hydrat durchsetzt den Meeresboden teilweise einige hundert Meter tief. Da es in der Tiefe immer wärmer wird, ist das Hydrat ab einer gewissen Tiefe nicht mehr stabil, so dass unterhalb der Methanhydratschicht freies Methangas existiert.

Wood und seine Kollegen wiesen jetzt nach, dass das Gas an einigen Stellen in kaminförmigen Schloten bis zum Meeresboden vordringen kann. Zwar war auch schon vorher vermutet worden, dass Methangas entlang von Verwerfungen aus großen Tiefen nach oben dringen kann, allerdings blieb rätselhaft, wieso das Gas innerhalb der Zone, in der Methanhydrat stabil ist, nicht zu dem brennbaren Eis gefriert. Die Beobachtungen von Wood und seinen Kollegen zeigen, dass offenbar genug warmes Gas nach oben dringt, damit die Schlote nicht verstopfen.

Wegen der größeren Oberfläche, so schreiben die Forscher, befinde sich mehr Methanhydrat als gedacht in der Nähe der Stabilitätsgrenze. Wenn der Meeresspiegel – was derzeit nicht erwartet wird – sinkt oder die Wassertemperaturen am Meeresboden steigen, könnte die Auflösung des Methanhydrats schneller vonstatten gehen als bislang vermutet. Allerdings scheint die Gefahr, dass es dabei zu explosionsartigen Gasausbrüchen kommt, geringer zu sein als befürchtet. Die Kamine dienen vermutlich als Ventil für das Gas, so dass es sich nicht unter dem Meeresboden aufstauen kann.

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Ute Kehse
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