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Astronomie+Physik

Glühende Hitze und Eis

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Glühend heiß und trotzdem eisig: der Merkur (Foto: NASA/Johns Hopkins Univ. appl. Physics Lab/Carnegie Inst. of Washington)
Am 30. April dieses Jahres schlug für die NASA-Sonde „Messenger“ die letzte Stunde. Der letzte Tropfen Sprit war verbraucht und sie krachte mit einer Geschwindigkeit von 14.000 Kilometern in der Stunde auf die Oberfläche des Merkur. Zuvor hatte sie den sonnennächsten Planeten exakt 1504 Tage umkreist und wertvolle Daten zur Erde gefunkt. Dabei ging es um die gesamte Bandbreite der Merkur-Forschung: etwa um die Oberfläche, den Einfluss von Sonne und Weltraum auf den Planeten und um die magnetischen und chemischen Eigenschaften seines Gesteins.

Während unsere Erde rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist, sind es beim Merkur nur 58 Millionen. Die Folgen sind dramatisch. Die Oberflächentemperaturen erreichen tagsüber bis zu 430 Grad Celsius – kein angenehmer Ort, und erst recht nicht einer, an dem man Eis vermuten würde. Aber genau das ist der Fall. In den ständig dunklen Kratern am Nordpol des Planeten ist Wassereis verborgen. Forscher schätzen, dass es bis zu 1000 Milliarden Tonnen sein könnten. Doch woher stammt dieses Eis? Darüber gibt es bisher nur Vermutungen, schreibt Thorsten Dambeck im Novemberheft von bild der wissenschaft. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Merkur immer wieder von wasser- und kohlenstoffhaltigen Kometen und Planetoiden getroffen wird. Beim Einschlag auf der glühendheißen Oberfläche verdampfen die Wassermoleküle, werden mobil und wenn sie in die schattigen Regionen geraten, gefrieren sie erneut.

Anders als alle anderen

Auch die „inneren Werte“ des Planeten sind bemerkenswert. Merkur unterscheidet sich von allen anderen Körpern im inneren Sonnensystem. Das liegt vor allem an dem riesigen metallischen Kern, der 83 Prozent seiner Masse ausmacht. Zum Vergleich: Bei der Erde sind es nur 54 Prozent. Und weil dieser teils flüssige Kern langsam abkühlt und sich verfestigt, schrumpft der ohnehin schon kleinste Planet. Wissenschaftler haben berechnet, dass der Durchmesser des 4880 Kilometer großen Merkur im Lauf der Zeit um mehr als ein Dutzend Kilometer kleiner geworden ist.

Das sind einige der erstaunlichen Erkenntnisse, die Messenger den Forschern geliefert hat. Den auführlichen Bericht, auch zum mysteriösen Magnetismus des Merkur, lesen Sie in der Novemberausgabe von bild der wissenschaft.

© wissenschaft.de
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