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Astronomie+Physik

Großer Meteoritenhagel traf vor vier Milliarden Jahren die Erde

Vor vier Milliarden Jahren war das innere Sonnensystem ein ungemütlicher Ort: Zahlreiche Trümmerstücke, die nicht in die großen Planeten eingebaut worden waren, schwirrten durch die Gegend. Jetzt fanden Forscher um Ronny Schoenberg von der University of Queensland erstmals einen Beleg dafür, dass die Erde einen großen Teil des Meteoritenhagels abbekommen hat.

Da von der ältesten Kruste der Erde nur wenige, stark veränderte Gesteine übrig geblieben sind, gab es bislang keine direkten Hinweise auf das Bombardement, schreiben die Forscher im Journal Nature (Bd. 418, S. 403). Anders auf dem geologisch toten Mond: Dort sind die riesigen Einschlagkrater aus der Zeit des großen Meteoritenhagels, die „Maria“, immer noch zu sehen.

Auf der Erde hinterließen die Meteoriten, die den Planenten Schätzungen zufolge um hundert Millionen Milliarden Tonnen schwerer machten, immerhin einen chemischen Fingerabdruck, stellten Schoenberg und Kollegen jetzt fest. Das Verhältnis zwischen zwei Isotopen des Elements Wolfram ist in 3,8 Milliarden Jahre alten Gesteinen aus Grönland so ungewöhnlich, dass ein Teil davon außerirdischen Ursprungs sein muss, berichten die Forscher. Sie vermuten, dass die Sedimentgesteine aus Meteoritenstaub und aus dem Erosionsschutt irdischer Gesteine bestehen.

Der große Meteoritenhagel hat wahrscheinlich auch Erdgestein auf den Mond geschleudert, berichten Forscher um John Armstrong von der University of Washington im Fachblatt „Icarus“. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass auf hundert Quadratkilometern Mondberfläche etwa 22 Tonnen uralten Erdgesteins zu finden sein müssten. „Der Mond könnte ein Fenster zur jungen Erde darstellen“, sagt Armstrong. „Man könnte dort Material finden, dass es sonst nirgendwo gibt.“

Die wahrscheinlich zumeist pulverisierten Steine könnten Informationen über die frühe Erdkruste, die damalige Atmosphäre und möglicherweise auch über das erste Leben enthalten. Das Problem dabei wäre allerdings, solche Steine überhaupt zu identifizieren. „Vielleicht würde es hunderte von Jahren dauern, bis man einen faustgroßen Brocken von der Erde finden würde“, gibt Armstrong zu.

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Ute Kehse
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