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Astronomie+Physik

Heimelige Trabanten

Die Monde von Gasplaneten in fremden Sonnensystemen könnten der beste Ort sein, um nach außerirdischem Leben zu suchen. Solche Exomonde könnten die relativ schmale „bewohnbare Zone“ eines Sonnensystems erheblich vergrößern, berichtet ein amerikanischer Astrobiologe im britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Astrobiologen sehen im Vorhandensein von flüssigem Wasser eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben. Jeder Stern besitzt eine mehr oder weniger breite, ringförmige Zone, innerhalb derer die Temperaturen genau richtig sind, damit sich auf einem Planeten flüssiges Wasser bilden kann. Die Erde bewegt sich innerhalb dieser „bewohnbaren Zone“. Venus und Mars, die Nachbarplaneten der Erde, liegen dagegen außerhalb: Auf der Venus ist es zu heiß, auf dem Mars zu kalt. Dennoch halten Astrobiologen auch weiter außen im Sonnensystem Leben für möglich: Der Jupitermond Europa besitzt wahrscheinlich unter einem dicken Eispanzer eine flüssige Schicht, in der Lebewesen existieren könnten.

Viele der bislang knapp 200 bekannten fremden Planetensysteme werden von Gasriesen bevölkert, die noch einige Male schwerer sind als Jupiter. Diese Riesenplaneten könnten von Monden mit Atmosphäre von der Größe der Erde umkreist werden, meint Caleb Scharf von der Columbia University in New York. Die nötige Wärmequelle, um trotz großer Entfernung von einem Stern flüssiges Wasser herzustellen, wäre die gleiche wie bei Europa: Der Eismond wird durch die Anziehungskräfte von Jupiter und den anderen großen Nachbarmonden Io und Ganymed quasi permanent innerlich durchgeknetet. Die daraus resultierende Reibungsenergie hält wahrscheinlich die untere Etage des Eispanzers flüssig.

Der Nachbarmond Io, der noch näher an Jupiter liegt, wird durch die Gezeitenkräfte so aufgeheizt, dass seine Oberfläche von Vulkanen übersät ist. „Genau das Gleiche wird in Mondsystemen von extrasolaren Gasriesen passieren“, so Scharf im New Scientist. Seinen Berechnungen zufolge könnte ein Mond von der Größe der Erde hundertmal so viel Wärme erzeugen wie Io.

Trotz des zu erwartenden Vulkanismus hält Scharf Leben auf einer solchen Welt für möglich: „In ruhigeren Gegenden auf den riesigen Exomonden könnte Leben existieren“, erklärt er. Je größer ein Mond ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass er eine schützende Atmosphäre oder ein Magnetfeld besitzt, das schädliche Strahlung abhält.

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Ute Kehse
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