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Astronomie+Physik Erde+Klima

In Zukunft Standardausstattung: Regenschirm

Der Klimawandel bringt nicht nur steigende Temperaturen, sondern auch mehr Regen. Was Klimamodelle bereits vermuten ließen, konnten jetzt gleich zwei voneinander unabhängige Forschergruppen anhand der Auswertungen von Niederschlagsmengen bestätigen. Das erste Wissenschaftlerteam um Francis Zwiers von der Climate Research Division in Toronto hat dazu Niederschlagsdaten der nördlichen Halbkugel aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ausgewertet. Die Forscher um Pardeep Pall von der University of Oxford analysierten hingegen die Wettergeschehnisse, die zu den Überschwemmungen im Herbst 2000 in Großbritannien führten. Das gemeinsame Fazit der Forscher: Der durch den Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Starkregen und Hochwasserkatastrophen.

Der Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und steigenden Niederschlagsmengen beruht auf einem einfachen Prinzip: Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte, so dass mehr Wasser in der Atmosphäre vorhanden ist. Klimaforscher gehen deshalb schon lange davon aus, dass die globale Erwärmung zu einer Zunahme der Niederschläge in bestimmten Gebieten führt. Genaue Daten zu diesem Effekt fehlten allerdings bisher, sagen die Forscher.

Nach den Analysen von Zwiers und seinen Kollegen haben die Niederschläge in Nordamerika, Europa und Asien zwischen 1951 und 1999 in etwa zwei Dritteln der betrachteten Gebiete deutlich zugenommen. Damit liegen die tatsächlichen Werte über den Schätzungen der bisherigen Modelle zur Entwicklung der Niederschlagsmengen im Rahmen des Klimawandels, schreiben die Wissenschaftler. Die graphische Darstellung der Auswertung zeigt zwar deutliche Schwankungen von Jahr zu Jahr, über den gesamten Zeitraum hinweg ist aber ein klarer Trend zu höheren Niederschlägen zu erkennen. Eine Entwicklung, die sich mit dem Anstieg der Durchschnittstemperaturen auf der Erde deckt, wie die Forscher erläutern.

Pardeep Pall und seine Kollegen haben ein Klimamodell entwickelt, das eine berüchtigte Klimakonstellation mit den Faktoren des Treibhauseffekts erklärt: den extremen Regen-Herbst in Großbritannien im Jahr 2000. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1766 war in England und Wales niemals so viel Regen gefallen wie in diesem Jahr. Das Ergebnis waren verheerende Überschwemmungen mit Schäden in Milliardenhöhe. Die Forscher fütterten ihre Computer mit den Klimadaten, die zu den Regenfällen im Oktober und November geführt hatten. Das Klimaprogramm ermittelte dann die wahrscheinlichen Wetterentwicklungen. Diese Ergebnisse verglichen die Wissenschaftler mit dem Resultat von Dateneingaben, bei denen sie die Effekte der Klimaerwärmung herausfilterten. Es stellte sich heraus, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung des Regenwetters um mindestens 20 Prozent, in zwei von drei Fällen sogar um bis zu 90 Prozent erhöht hat.

Pardeep Pall (University of Oxford) et al: Nature, dois: 10.1038/nature09763 und 10.1038/nature09762 dapd/wissenschaft.de – Martin Vieweg
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