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Ins Mark getroffen

In Knochen versteinerter Frösche und Salamander haben Wissenschaftler eines internationalen Forscherteams Knochenmarkgewebe gefunden. Damit sind sie zum ersten Mal auf diesen Gewebetyp in Tierfossilien gestoßen. Das in den rund zehn Millionen Jahre alten versteinerten Knochen eingeschlossene Mark hat noch die natürliche Struktur und auch die für verschiedene Knochenmarktypen charakteristische Färbung, berichten die Forscher um Maria McNamara vom University College in Dublin. Die Funde geben Anlass zur Hoffnung, in ähnlichen Proben künftig Überreste des Erbguts urzeitlicher Tiere zu finden.

Normalerweise gehen die weichen Teile von Tierkörpern nach deren Tod schnell verloren. Bakterien zersetzen das Gewebe, und nur feste Bestandteile wie die Knochen bleiben zurück. Bei den Funden aus der Erdepoche Miozän vor 5,3 bis 23 Millionen Jahren muss der Knochen dem enthaltenden Mark jedoch ausreichend Schutz vor eindringenden Bakterien geboten haben, berichten die Forscher. Bislang war Knochenmark in Fossilien nicht gefunden worden. Frühere Behauptungen von Wissenschaftlern, andere Weichteile wie Blutgefäße oder Blutzellen gefunden zu haben, erwiesen sich als nicht haltbar oder sind noch in der kontroversen Diskussion.

In den im Nordosten Spaniens entdeckten fossilen Skeletten der Frösche und Salamander fanden die Forscher zwei Arten des Knochenmarks, die sich deutlich in ihrer Farbe unterschieden: rotes, blutbildendes Gewebe und den gelben Gewebetyp, der dem Knorpel- und Knochenaufbau dient. Die Forscher erhoffen sich dadurch Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte der Tiere. So produzierte das rote Knochenmark der fossilen Salamander die roten Blutkörperchen, in heutigen Salamandern geschieht dies in der Milz. Ob in dem gefundenen Knochenmark noch Eiweiße und Erbsubstanz zu finden sind, sollen weitere Untersuchungen zeigen.

Maria McNamara (University College, Dublin) et al.: Geology, Bd. 34, S. 641 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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