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Astronomie+Physik Erde+Klima

Kein Supertreibhaus in der Kreide

Die mittlere Kreidezeit vor gut hundert Millionen Jahren galt bislang als eine der wärmsten Perioden der Erdgeschichte, mit Meerestemperaturen von bis zu 40 Grad Celsius in den Tropen. Doch jetzt zeigen neue Forschungsergebnisse von Forschern um Matthew Haworth von der University of Oxford, dass die Hitze sich wahrscheinlich in Grenzen hielt: Die Konzentration des Treibhausgases CO2 lag nur zwei- bis dreimal so hoch wie heute, berichten die Forscher in der Zeitschrift Geology.

Um herauszufinden, wie hoch die Kohlendioxid-Konzentration in der Kreidezeit war, untersuchten die Wissenschaftler, wie viele Öffnungen zur CO2-Aufnahme in den Nadeln einer ausgestorbenen Koniferen-Art vorhanden waren. Je höher die Kohlendioxid-Konzentration in der Luft, desto weniger dieser Spaltöffnungen, der so genannten Stomata, besitzen Pflanzen. Die Forscher untersuchten Fossilien aus England und den USA, die einen Zeitraum von vor 136 bis vor 100 Millionen Jahren umfassten.

Bisherige Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass die Kohlendioxid-Werte in dieser Periode stark fluktuierten und Spitzenwerte vom siebenfachen des heutigen Wertes erreichten. Als Ursache für den drastischen Anstieg gilt heftiger Vulkanismus in Indonesien.

Haworth und seine Kollegen berichten jetzt jedoch, dass die Kohlendioxid-Konzentration nur wenig schwankte und wesentlich niedriger lag als bisherige Forschungsergebnisse vermuten ließen: Zu Beginn der untersuchten Perioden lagen die Werte zwischen 560 und 960 ppm (Teile pro Million), am Ende des Untersuchungszeitraums lagen sie bei 600 bis 1200 ppm. Zum Vergleich: Heute beträgt die CO2-Konzentration 370 ppm. Allerdings rechnen Klimaforscher damit, dass die Kohlendioxid-Konzentration noch in diesem Jahrhundert auf 500 bis 1200 ppm ansteigt. Damit liefert das Kreide-Klima womöglich ein Bild davon, was die Erde in den nächsten hundert Jahren erwartet.

Matthew Haworth et al.: „Mid-Cretaceous pCO2 based on stomata of the extinct conifer Pseudofrenelopsis (Cheirolepidiaceae)“, Geology: Bd. 33, Nr. 9, S. 749?752

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Ute Kehse
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