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Klimaspitzen rafften Mammut & Co dahin

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Alan Cooper seilt sich in eine Höhle ab, um nach Überresten von Tieren der eiszeitlichen Megafauna zu suchen. Credit: Photo by Laura Weyrich, University of Adelaide
Mammut, Wollnashorn, Riesenfaultier… bis vor rund 12.000 Jahren stapften zahlreiche große Tiere über die Nordhalbkugel der Erde. Warum diese sogenannte Megafauna am Ende der Eiszeit verschwand, ist umstritten: Waren Klimaeffekte oder die zunehmende Bejagung durch den Menschen die Hauptursache? Eine Studie kommt nun zu dem Ergebnis: Abrupte Klimaerwärmungen waren der Schlüsselfaktor für den Niedergang. Der Mensch verpasste den strapazierten Eiszeitriesen höchstens noch den Todesstoß.

Die Schlussfolgerungen der Forscher um Alan Cooper von der University of Adelaide basieren auf einer Kombination der Ergebnisse von umfangreichen Fossilien-Untersuchungen und Klimadaten aus Eisbohrkern-Analysen. Neben Radiokarbondatierungen haben auch die neuen Möglichkeiten der Untersuchung von Erbgutresten aus Fossilien die Studie ermöglicht, sagen die Forscher. Anhand dieser fossilen DNA lassen sich Funde heute Arten zuweisen und auch Informationen über die Evolution einer Spezies spiegeln sich in dem alten Erbgut wieder.

Kombination von Fossilien-Daten und Klimageschichte

Die Forscher erfassten für ihre Studie detaillierte Informationen über eiszeitliche Arten der nördlichen Hemisphäre, die Körpermassen von über 50 Kilogramm besaßen. Die Daten deckten die jeweiligen Artentwicklungen über eine Zeitspanne von etwa 50.000 Jahren ab. Diese Ergebnisse verglichen Cooper und seine Kollegen dann mit Analysedaten von grönländischen Eisbohrkernen. Aus ihnen gehen hervor, wann es im Rahmen der letzten Eiszeit zu Klimaextremen gekommen war.

Den Forschern zufolge zeichnete sich in den Daten ab: Kurze, schnelle Erwärmungs-Phasen während der letzten Eiszeit (vor 60.000 bis 12.000 Jahren) gingen wiederholt mit großen Aussterbewellen im Artensortiment der Megafauna einher. Bisher gab es hingegen Vermutungen, dass extreme Kaltphasen die Tiere besonders belastet haben könnten. Zu den Einbrüchen bei den Tierbeständen war es auch bereits bei warmen Klimakapriolen gekommen, als der Mensch die betroffenen Arten noch gar nicht bejagen konnte, betonen die Forscher.

„Abrupte Erwärmung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Umweltbedingungen – es kam zu drastischen Verschiebungen in der globalen Niederschlagsmengen und die Vegetationsmuster veränderten sich“, erklärt  Cooper. Das machte den Arten offenbar enorm zu schaffen. Dies kann erklären, warum beispielsweise das Mammut oder das Riesenfaulier vor etwa 11.000 Jahren verschwanden.

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Der Mensch gab ihnen den Rest

Doch die Forscher betonen, dass der Mensch beim Aussterben wohl durchaus auch seine Hand im Spiel gehabt hat. „Die plötzliche Erwärmung des Klima verursachte massive Änderungen im Lebensraum der Tiere, die den Aussterbeprozess in Gang gesetzt haben. Der Mensch hat den strapazierten Beständen dann wohl den Rest gegeben“, sagt Co-Autor Chris Turney von der Universität von New South Wales. Vor diesem Hintergrund schlägt sein Kollege Cooper eine Brücke zur Gegenwart. „Die Kombination des heutigen Drucks der Menschheit mit den schnellen Veränderungen durch den Klimawandel geben Anlass zu großer Sorge über die Zukunft der Umwelt“, so der Forscher.

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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