Knall im All - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Astronomie+Physik

Knall im All

Französische Astronomen wollen verheerende Asteroideneinschläge auf der Erde verhindern, indem sie der herannahenden Bedrohung einen kleineren Gesteinsbrocken in den Weg stellen. Dazu wird zunächst ein kleiner Asteroid von rund 40 Metern Durchmesser eingefangen und im erdnahen Weltraum geparkt. Von dort aus könnte er in die Flugbahn eines gefährlichen Asteroiden bewegt werden, um diesen abzulenken.

Astronomen schätzen, dass alle paar hundert Jahre der Erde ein Einschlag durch einen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehr als hundert Metern droht. Ab dieser Größe wären die Folgen für die Menschheit katastrophal. Als mögliches Schutzschild könnte ein kleiner Asteroid dienen, sagen die Forscher, da dieser innerhalb weniger Monate in die Bahn seines bedrohlichen Verwandten bugsiert werden könnte. Um den kleinen Himmelskörper einzufangen, nahe der Erde zu parken und schließlich einem herannahenden Asteroiden in den Weg zu stellen, haben sich die Forscher einen kuriosen Mechanismus ausgedacht: Ein Roboter soll auf dem Himmelskörper landen, in dessen Untergrund graben und das Gestein in den Weltraum schleudern. Durch den Rückstoß ließe sich der Himmelskörper dann bewegen.

In einer Machbarkeitsstudie empfehlen Didier Massonnet und Benoît Meyssignac vom französischen Weltraumforschnungsinstitut CNES in Paris, den Ablenkkörper an einem der so genannten Lagrangepunkte zu parken. Dort heben sich die Anziehungskräfte von Sonne und Erde gerade auf. Als möglichen Kandidaten haben sie den Asteroiden 2000SG344 ausgemacht, einen rund 71.000 Tonnen schweren Himmelskörper, der der Erde auf seiner Bahn immer wieder sehr nahe kommt.

Andere Astronomen sind jedoch skeptisch. So sei nicht sichergestellt, dass durch eine Kollision beider Körper nicht doch größere Teile auf die Erde stürzen. Außerdem müsste der Roboter rund zwei Drittel des Abfangkörpers zum Antrieb abtragen und ins All befördern. Da bliebe nicht mehr viel übrig. „Das hört sich schon ziemlich nach Science-Fiction an“, kommentiert Gerhard Hahn vom der Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Köln die Idee.

New Scientist, Online-Dienst ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung

Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Anzeige

Bücher

Wissenschaftslexikon

Halb|esel  〈m. 5; Zool.〉 wildlebender asiat. Einhufer, der dem Przewalski–Pferd näher als den Eseln steht: Equus hemionus; Sy Pferdeesel ... mehr

stra|ken  〈V.; Mar.; Tech.〉 I 〈V. t.; hat〉 Schiffsteik ~ deren Linien u. Kurven festlegen, aufzeichnen (u. anschrägen) II 〈V. i.; ist〉 vorschriftsmäßig verlaufen (von einer Kurve) ... mehr

Pro|tu|be|ranz  〈f. 20〉 1 Eruption von Gasmassen (auf der Sonne) 2 〈Anat.〉 natürl. Vorsprung (an Organen, Knochen) ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige